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Internetanschluss in Deutschland: Doppelt so schnell wie vor 3 Jahren

von Konstantin Matern
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Wo wird in Deutschland am Schnellsten gesurft und wo ist die Leitung zugeschnürt? Fakt ist, dass Internet ist in Deutschland doppelt so schnell wie noch vor drei Jahren – leider nicht bundesweit gleichmäßig. Gerade in östlichen Städten und auf dem Land schneidet der Internetanschluss im Speedtest bei vielen Haushalten immer noch mieserabel ab. Woran liegt es und wie schnell ist deine Heimatstadt?

Ausgehend vom Verivox-Verbraucher-Atlas haben wir uns die Städte in Deutschland angeschaut, die die durchschnittlich schnellsten Internetanschlüsse haben – zumindest, wenn es um gebuchte Internetverträge geht. Die hat das Vergleichsportal ausgewertet und grafisch aufbereitet. Wir haben die wichtigsten Daten daraus tabellarisch zusammengestellt und um eigene Angaben ergänzt.

Verivox hat Internetanschlüsse ausgewertet, die in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils von Januar bis Oktober über das Vergleichsportal gebucht wurden.

In welcher Stadt ist das Internet am schnellsten?

Haushalte in Mannheim, Stuttgart und Karlsruhe sind am schnellsten unterwegs. Mit durchschnittlichen Bandbreiten von 144 Mbit/s, 140 Mbit/s und 136 Mbit/s sind hier die Nutzer so schnell im Internet wie in keiner anderen Großstadt. Das Schlusslicht bilden hier Magdeburg (85 Mbit/s), Potsdam (84 Mbit/s) und Erfurt (84 Mbit/s).

Stadt 2019 (Mbit/s) 2016 (Mbit/s) Zuwachs (Mbit/s) Zuwachs (Prozent) Durchschnitt aus Speedtests 2019 (Mbit/s)*
1 Mannheim 144 69 75 109 34,16
2 Stuttgart 140 66 75 114 23,72
3 Karlsruhe 136 71 65 92 25,27
4 Düsseldorf 132 68 64 94 56,28
5 Wiesbaden 130 69 62 90 24,59
6 Frankfurt 130 67 62 93 36,98
7 Essen 123 56 67 119 85,04
8 Dortmund 118 59 60 101 49,01
9 Saarbrücken 111 46 65 142 49,59
10 Köln 110 60 50 83 27,78
11 Rostock 104 43 61 143 93,14
12 Hamburg 102 48 54 111 46,44
13 Leipzig 101 46 55 121
14 Kiel 100 48 53 111
15 Hannover 100 44 56 127 29,12
16 Berlin 99 46 52 113 65,27
17 Bremen 96 43 53 123 32,52
18 Augsburg 96 44 52 118 6,67
19 Mainz 94 45 50 111 33,16
20 Nürnberg 89 40 48 120 32,31
21 München 88 41 47 113 33,86
22 Dresden 87 41 46 113
23 Magdeburg 85 37 48 132 8,84
24 Potsdam 84 41 43 103 36,39
25 Erfurt 84 39 44 113 31,58
Deutschland (Durchschnitt) 104 47 57 121 27,17
  • Quelle 1: Verivox. Stand 12.12.2019. Als Basis wurden Internetverträge, die über das Portal zwischen Jan. 2016 bis Oktober 2016 und Jan. 2016 bis 2019 geschlossen wurden.
  • Quelle 2: Durchschnitt in Mbit/s aus unseren Speedtests vom 01.01. bis 21.12.2019 von Nutzern aus den jeweiligen Städten. (*)

Aus unserer Tabelle wird ersichtlich, dass zwischen gebuchten Internetgeschwindigkeiten und den tatsächlichen Werten aus unserem Speedtest die Differenz groß ist. Hierbei sollte beachtet werden, dass alle Nutzer einen Speedtest durchführen können. Tendenziell machen genau die Internetnutzer einen Speedtest, die Probleme mit der Leitung haben.

Auffällig ist, dass in München mit durchschnittlich 88 Mbit/s die gebuchte Geschwindigkeit weit unter dem Bundesdurchschnitt (104 Mbit/s) ist. Dabei ist München eine der größten Städte Deutschlands.

Aus welchen Bundesländern kommen die Städte mit dem schnellen Internet?

Schaut man sich die gesamte Tabelle in Bezug auf Bundesländer an, so werden Highspeed-Zugänge vor allem im Westen gebucht. Im Osten und Bayern sind die Internetnutzer langsamer unterwegs. Vom Ruhrgebiet bis nach Stuttgart bildet sich auf der Deutschland-Karte eine regelrechte Highspeed-Region, die weiter nach Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg geht.

Internetanschluss Deutschland: Städte im Vergleich

Internetanschluss Deutschland: Städte im Vergleich

 

Langsameres Internet wird in den neuen Bundesländern und Bayern gebucht. Das deckt sich in etwa auch mit den Speedtest-Messungen auf unserem Portal. Einen solchen regionalen Geschwindigkeitsunterschied gibt es bereits seit Jahren und die aktuellen Zahlen aus 2019 bestätigen das erneut.

Warum ist das so? Für die Internetanbieter ist der Ausbau in dicht besiedelten Gebieten lukrativer. Daher investieren diese in den Breitbandausbau (Glasfaserleitungen legen und Verteiler aufrüsten) vermehrt in größeren Städte. In ostdeutschen Flächenländern oder Teilen von Bayern ist die Bevölkerungsdichte geringer. Für die Anbieter bedeutet dies höhere Kosten pro Kopf und gleichzeitig entsprechend niedrigere Umsätze.

Wie entwickelt sich das Internet auf dem Land im Vergleich zur Stadt?

Wenn wir uns die Zuwächse seit 2016 anschauen, so fällt eins auf: es entsteht eine Tempolücke zwischen Land und Stadt. Besonders in Sachsen ist der Unterschied am Größten. Wer außerhalb einer Großstadt wohnt, bucht durchschnittlich 30 Mbit/s langsameres Internet. In Bayern ist die Tempolücke dagegen geringer. Zwischen Großstadt (91 Mbit/s) und ländlichem Raum (86 Mbit/s) liegen nur knapp 4 Mbit/s.

Laut dem Sprecher des Verkehrsministeriums liegt bei der Breitbandversorgung zwischen Stadt und Land nach wie vor ein Gefälle. So haben in der Stadt mindestens 97,4 Proent der Haushalte einen Internetanschluss mti mindestens 30 Mbit/s, während es auf dem Land nur 75,1 Prozent sind.Sprecher des Verkehrsministeriums

Für Einwohner auf dem Land ergeben sich gleich mehrere Vorteile. Während das Internet immer noch deutlich langsamer ist, sind die Preise auch noch höher. Der Grund: Es gibt weniger Anbieter zur Auswahl. Der geringere Wettbewerb sorgt für höhere Internet-Preise.  Besonders da wo Anbieter auf regionale Anbieter zurückgreifen müssen.

Wo wurde das Breitband besonders schnell ausgebaut?

Vorbildlich im Bezug auf Breitbandausbau wurde in den Städten Saarbrücken, Rostock und Magdeburg vorgegangen. Hier stiegen die gebuchten Geschwindigkeiten um 142, 143 und 132 Prozent. Klingt für den Internetanschluss in Deutschland ganz gut. Das Ziel der Bundesregierung wird so aber nur schwer erreicht werden.

Ziel der Bundesregierung: Bis 2025 soll eine gigabitfähige Infrastruktur geschaffen werden.

Unsere Meinung zur Entwicklung: Anbieter wie Vodafone und die Telekom weisen die Vorwürfe für einen mangelhaften Breitbandausbau auf dem Land zurück. Vodafone will etwa bis 2022 rund 25 Mio. Haushalte in Ballungsgebieten und auf dem ländlichen Raum mit schnellerem Internet (Gigabit) versorgen. Wie die prozentuale Aufteilung da ist, ist unklar. Die Telekom baut vermehrt auf dem Land aus (siehe z.B. hier und hier). Dennoch haben wir immer wieder Kundenanfragen bei denen nach schnellem Internet gefragt wird.

Nach wie vor ist das Breitband-Internet auf dem Land zu langsam. Viele Haushalte müssen auf Alternativen zu stationären Anschlüssen ausweichen. Oft ist LTE hier die einzige Möglichkeit einen schnellen Internetanschluss zu erhalten. 5G-Internet wird eben auch vorerst in Ballungsgebieten aufgerüstet.

Weiterführende Literatur & Weblinks

  • [1] https://www.verivox.de/verbraucheratlas/internet-deutschland/
  • [2] https://www.spiegel.de/netzwelt/web/breitband-ausbau-auf-dem-land-hinkt-hinterher-a-1302174.html

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