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Die 1.000 Städte mit der schlechtesten Breitband-Verfügbarkeit in Deutschland

Bild von Konstantin Matern - Autor auf DSLregional.de
Konstantin Matern
Autor & Informatiker
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Artikel wurde geprüft am 21.12.2023

In unserem Breitband-Report haben wir bundesweit die Breitband-Verfügbarkeit aller Städte und Gemeinden analysiert. Daraus ermittelt haben wir die 1.000 Städte und Gemeinden in denen die Breitbandversorgung besonders schlecht ist. Die Analyse zeigt, dass es sogar einige Kleinstädte mit mehr als 10.000 Einwohnern gibt, die größtenteils kein schnelles Internet erhalten. Zwischen den Bundesländern gibt es ebenfalls Unterschiede.

📃 Inhaltsverzeichnis

Vorwort zu unserer Breitband-Studie

Zwar zeigt eine Marktanalyse vom BREKO-Verband, dass der VDSL-Ausbau im Nahbereich nahezu abgeschlossen ist, dennoch gibt es auf dem Land noch großen Nachholbedarf.

In unserer Studie haben wir die Daten aus dem Breitbandatlas (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) ausgewertet. Diese zeigen an, wie gut regional der Ausbau des Internets ist. Eine Abfrage zu einer Gemeinde liefert wie hoch die prozentuale Verfügbarkeit sortiert nach Technik ist. So lässt sich manuell prüfen, wie gut der eigene Wohnort versorgt ist. In Deutschland gilt ein Anschluss als “unterversorgt”, wenn kein Internetanbieter mindestens 30 Mbit/s als Bandbreite (Downstream) bereitstellen kann.

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Interessant ist: Welche Gemeinden sind besonders schlecht versorgt und sind diese tendenziell in bestimmten Bundesländern zu finden?

Wo gibt es gar kein Breitband-Internet?

Gibt es in 2020 noch Gemeinden in denen gar kein Breitband-Internet über einen stationären Internetanschluss verfügbar ist? Ja, die gibt es. 29 Gemeinden haben immer noch gar keinen Internetanbieter, der über die Telefonleitung (DSL), das TV-Kabel oder Glasfaser einen Internetzugang mit mindestens 30 Mbit/s bereitstellen kann.

WICHTIGE INFO

Es ist durchaus möglich, dass TK-Unternehmen in den nachfolgenden Gemeinden dem Betreiber vom Breitbandatlas keine aktuellen Daten über einen erfolgten Ausbau gemeldet haben. Vermeintlich unterversorgte Gebiete können in dem Fall als nicht versorgt dargestellt werden.

Folgende Liste zeigt Gemeinden ohne einen einzigen Haushalt mit Breitband-Internet (> 30 Mbit/s):

Schaut man sich die Einwohnerzahlen an, so ist auch ersichtlich warum die Anbieter hier noch nicht aktiv geworden sind. Alle Gemeinden haben weniger als 600 Bürger. Damit sind das die typischen einwohnerschwachen (ländlichen) Regionen, die wirtschaftlich für Telekom und co. bisher uninteressant waren.

Größte Gemeinde ohne Breitband: Wredenhagen

Wredenhagen ist bundesweit die größte Gemeinde ohne einen einzigen Breitband-Internetzugang. Damit sind die etwa 536 Einwohner vom schnellen Internet über stationäre Anschlüsse gänzlich abgeschnitten. Immerhin konnten die Mobilfunkanbieter (Telekomo2 und Vodafone) das Mobilfunknetz in der Gemeinde so weit ausbauen, dass 100 % der Haushalte per LTE das Internet schnell nutzen kann.

Welchen der 1.000 am schlechtesten versorgten Gemeinden haben die meisten Einwohner?

In der Liste oben sind nur Gemeinden aufgeführt bei denen kein einziger Breitband-Internetzugang vorhanden ist. Unsere Statistik hat aber bei den am schlechtesten mit Internet versorgten Gemeinden noch viele weitere Städte in denen Haushalte noch unter 10 Prozent mit Breitband-Internetzugängen versorgt sind. Einige davon haben auch mehrere tausend Einwohner. Daher haben wir uns angeschaut, welche Gemeinden und Städte die meisten Einwohner haben und in unserer Top 1.000 Liste enthalten sind. Folgende Tabelle zeigt die 15 Städte mit den meisten Einwohnern unter den Top 1.000.

Gemeinde / Stadt

Einwohner

DSL-Verfügbarkeit (> 30 Mbit/s)

Kabel-Verfügbarkeit (> 30 Mbit/s)

Glasfaser-Verfügbarkeit (> 50 Mbit/s)

Punktzahl (max. 300 | je niedriger, desto schlechter versorgt)

Meinerzhagen

20838

17 %

13 %

2 %

32

Kierspe

18299

18 %

0 %

0 %

18

Nümbrecht

17158

29 %

0 %

0 %

29

Oschatz

16849

14 %

0 %

8 %

22

Herzebrock-Clarholz

15961

23 %

0 %

1 %

24

Extertal

13071

35 %

0 %

0 %

35

Schalksmühle

11944

8 %

0 %

0 %

8

Kirchberg (Sachsen)

9895

19 %

0 %

10 %

29

Hohenmölsen

9806

23 %

0 %

0 %

23

Schieder-Schwalenberg

9460

38 %

0 %

0 %

38

Mücheln (Geiseltal)

9419

32 %

0 %

0 %

32

Gudensberg

9110

16 %

0 %

0 %

16

Bad Düben

9065

29 %

0 %

1 %

30

Könnern

8295

16 %

0 %

13 %

29

Heringen

7996

5 %

0 %

0 %

5

Datenquelle: BMVI und eigene Daten (Stand: 01.10.2020)

Auffällig ist, dass mit MeinerzhagenKierspe und Schalksmühle gleich drei recht große Städte aus dem Landkreis “Märkischer Kreis” unter den 1.000 am schlechtesten versorgten Städte sind. Tätig ist im Märkischen Kreis die kommunale Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH (TKG-SWF). Sie kümmert sich um den Breitbandausbau und hat im April 2020 bereits ein Förderverfahren abgeschlossen, welches Versorgungslücken schließt. (Quelle: maerkischer-kreis.de)

Größte Stadt unter denen mit schlechtester Breitbandversorgung: Meinerzhagen

Meinerzhagen hat über 20.000 Einwohner. Dennoch liegt die VDSL-Verfügbarkeit nur bei 17 %. Auch über das TV-Kabel können nur etwa 13 % der Haushalte Internet mit 30 Mbit/s und schneller bestellen.

0%

Für die Netzbetreiber und regionalen Telekommunikationsanbieter dürften die Städte aus unserer Liste wirtschaftlich betrachtet am interessantesten sein. Kurz: Hier lohnt sich der Breitbandausbau bundesweit am meisten, da auch viele Kunden zu erwarten sind. Teils haben die Einwohner eine Breitbandverfügbarkeit (> 30 Mbit/s) von unter 20 %.

BundeslandAnzahl aus den Top 1.000 unterversorgte Städte und GemeindenGemeinden insgesamt im BundeslandProzentual von den Top 1.000 mit der schlechtesten BreitbandversorgungProzent von allen Gemeinden aus dem Bundesland

Baden-Württemberg

391108

4 %

 4 % 

Bayern

202049

2 %

 1 % 

Brandenburg

20416

2 %

 5 % 

Hessen

11426

1 %

 3 % 

Mecklenburg-Vorpommern

257844

26 %

 31 % 

Niedersachsen

701020

7 %

 7 % 

Nordrhein-Westfalen

9399

1 %

 2 % 

Rheinland-Pfalz

1262297

13 %

 5 % 

Saarland

052

0 %

 0 % 

Sachsen

49508

5 %

 10 % 

Sachsen-Anhalt

110980

11 %

 11 % 

Schleswig-Holstein

1781119

18 %

 16 % 

Thüringen

111976

11 %

 11 % 

Datenquelle: BMVI und eigene Daten (Stand: 01.10.2020)

Bundesländer - schlechte Breitband-Verfügbarkeit via DSL, Kabel und Glasfaser
Bundesländer - schlechte Breitband-Verfügbarkeit via DSL, Kabel und Glasfaser

In der Auswertung fällt auf, dass die neuen östlichen Bundesländer besonders viele Städte und Gemeinden mit einer Unterversorgung haben. Lediglich in Brandenburg sind “nur” 5 % der Gemeinden unter den 1.000 am schlechtesten versorgten Städte.

In welchem Bundesland sind ein Drittel aller Gemeinden unterversorgt?

Am Schlechtesten ist das Breitbandnetz noch in Mecklenburg-Vorpommern. In dem Bundesland gehören sogar 257 von 844 (31%) zu den Gemeinden mit der schlechtesten Internetversorgung.

Positiv fällt in dieser Statistik das Saarland auf. Es ist das einzige Flächenland, welches keine Gemeinde in unserer “Top 1.000”-Auswertung hat.

Gemeinden unterversorgt
0%

Wo ist die Verfügbarkeit über stationäres als auch mobiles Internet schlecht?

Doch was sollte ich als Bürger tun, der genau in einer dieser am schlechtesten ausgebauten Städte wohnt? Richtig – Man sollte nach Alternativen suchen. Als Alternative zu einem stationären Anschluss gilt die Mobilfunktechnologie LTE.

Welche Alternativen zum stationären Internetzugang gibt es konkret?

Vodafone hat mit dem Gigacube und Telekom mit der Speedbox gute LTE-/5GRouter mit entsprechenden Tarifen, die hierfür in Frage kommen.

Doch nicht alle Einwohner haben diese Alternativen, da es auch vorkommen kann, dass auch das Mobilfunknetz von den Providern bislang vernachlässigt wurde. Unsere Auswertung zeigt, dass 34 von den 1.000 am schlechtesten Gemeinden auch noch eine schlechte LTE-Verfügbarkeit (< 30 %) haben. Das heißt, die Haushalte müssen sich entweder mit langsamem DSL (<30 Mbit/s) oder mit Funklöchern im Mobilfunknetz herumschlagen.

Folgende Tabelle zeigt die 10 größten Gemeinden mit schlechter Breitbandversorgung und gleichzeitig schlechtem LTE-Mobilfunknetz.

GemeindeEinwohnerLTE-Verfügbarkeit

Rickenbach

3827

17 %

Bürgel

3330

5 %

Büsingen

1423

0 %

Kriegsfeld

1097

9 %

Unterweißbach

950

0 %

Auw (Prüm)

655

15 %

Getelo

651

0 %

Wielen

644

19 %

Prezelle

564

22 %

Holenberg

479

19 %

An dieser Stelle sei aber anzumerken, dass in den letzten Jahren die Mobilfunkanbieter einen Großteil der Funkmasten bereits auf LTE umgerüstet hat und auch viele neue Basisstationen erstellen konnte. So haben 661 der 1.000 Städte mit der schlechtesten Breitbandversorgung eine LTE-Verfügbarkeit von 90 % oder mehr.

Top 1.000 Städte mit der schlechtesten Breitband-Verfügbarkeit in Deutschland (PDF)

Für Einwohner bieten wir in einem PDF-Dokument die 1.000 Städte mit der schlechtesten Breitbandversorgung über DSL, Kabel und Glasfaser. Des Weiteren sind dort zu jeder Gemeinde auch die LTE-/UMTS-Verfügbarkeit vermerkt. Einwohner können checken, ob der eigene Wohnort zu den Regionen mit den schlechtesten Internetzugängen gehört.

Top 1.000 Städte PDF-Datei

Folgende PDF-Datei zeigt tabellarisch die 1.000 Städte mit der schlechtesten Breitbandversorgung in Deutschland.

Download: Top 1.000 Ranking der Städte mit schlechter Breitband-Verfügbarkeit (PDF, Stand 01.10.2020)

Wie wurde die statistische Auswertung erstellt?

Wir nutzen die Daten, die öffentlich über den Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur abrufbar sind.

So funktioniert die Berechnung

Für die Auswertung unserer Studie haben wir die Technologien DSL, Kabel-Internet (Koaxialkabel) und Glasfaser (FTTB/FTTH) berücksichtigt. Da ein Internetzugang als unterversorgt gilt, wenn die verfügbare Internet-Bandbreite unter 30 Mbit/s liegt, haben wir geschaut wie viele Haushalte in den jeweiligen Gemeinden prozentual über DSL, Kabel und Glasfaser diese Internetzugänge buchen können.

Beispiel:

  • DSL (> 30 Mbit/s): 10 %
  • Kabel (> 30 Mbit/s): 0 %
  • Glasfaser (> 50 Mbit/s): 1 %
  • Punktzahl: 10 + 0 + 1 = 11 Punkte

Das Ranking bzw. die Sortierung erfolgt nach den erreichten Punkten.

📃 Inhaltsverzeichnis
Konstantin Matern

Konstantin Matern ist der CEO von DSLregional.de, einer spezialisierten Plattform für die Suche nach Internetanbietern. Mit einer IT-Erfahrung von 13 Jahren und einer Ausbildung als Fachinformatiker kombiniert er technisches Know-how mit Branchenkenntnissen. Auf DSLregional.de hat er eine umfassende Datenbank mit über 400 Anbietern und deren regionaler Verfügbarkeit aufgebaut. Zudem integriert er Daten der Bundesnetzagentur, um Nutzern eine präzise Auswahl eines lokalen Internetanbieters zu ermöglichen.

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