Vodafone will Liberty Global (und Unitymedia) kaufen2 Minuten Lesezeit

9. Mai 2018, 16:12 Uhr | News | von Konstantin Matern | Keine Kommentare

Vodafone will Teile vom britischen Breitbandanbieter Liberty Global kaufen. Dazu zählt auch der deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Der Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg hat 7,2 Millionen Kunden. Damit würde Vodafone den Kabelfernsehmarkt in Deutschland kontrollieren. Noch ist der Deal mit einem Kaufwert von 18,4 Milliarden Euro aber nicht perfekt.

Kabelanbieter

Kabelanbieter: Vodafone, Unitymedia, Tele Columbus, Primacom und Netcologne

Deutschland hat bisher keinen einheitlichen Kabelanbieter. Vielmehr teilen sich Vodafone und Unitymedia ihre Gebiete auf. Während Vodafone in 13 Bundesländern dominiert, ist Unitymedia in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aktiv. Würde es zu einer Übernahme kommen, wäre Vodafone der erste bundesweite Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Knapp zwei Drittel aller deutschen Haushalte wären mit einheitlichen Paketen aus TV, Breitband-Internet und Mobilfunk versorgt.

Liberty Global

Liberty Global mit Sitz in London gehört zu den größten weltweiten Breitbandanbietern und ist allein in Europa in zwölf Ländern aktiv.

Doch nicht nur in Deutschland würde die Einigung Auswirkungen haben. Liberty Global hat auch in Rumänien, Tschechien und Ungarn Aktivitäten. Insgesamt einigten sich Vodafone und Liberty Global daher auf einen Kaufpreis von 18,4 Milliarden Euro.

Die Ziele sind groß: Bis 2022 will Vodafone 25 Millionen deutschen Haushalten einen Gigabit-Internetzugang ermöglichen. Sogar die Bundesregierung hat dieses Ziel erst drei Jahre später anvisiert. Doch bevor es soweit ist, muss Vodafone das Kabelnetz auf den Standard DOCSIS 3.1 aufrüsten.

Was ändert sich für Kunden?

Für Kunden ändert sich bei einer Übernahme vorerst noch nichts. Mit einem Abschluss wird erst Mitte 2019 gerechnet. Zwar rechnet etwa der ehemalige Präsident der Bundesnetzagentur und heutige Aufsichtsratsvorsitzende beim europäischen Kabelfernsehverband, Matthias Kurth mit möglichen bundesweit attraktiven Angeboten von Vodafone, allerdings gibt es auch Kritiker.

Allen voran ist die Konkurrenz aus dem Hause Telekom in heller Aufregung. Diese bezeichnet die Übernahme als “wettbewerbsverzerrend”. Durch die Übernahme kann Vodafone nämlich bundesweit deutlich schnellere Internetanschlüsse als der derzeitige Platzhirsch bereitstellen. Andere Kritiker sehen der Übernahme positiv entgegen: Vodafone würde der Telekom Konkurrenz machen und für Kunden könnte dies erneut interessante Kundenangebote bedeuten.

Was bedeutet die Übernahme? Wir von DSLregional.de sehen der Übernahme positiv entgegen. Zwar würde Vodafone im Kabelfernsehmarkt quasi eine Monopolstellung haben, allerdings in direkter Konkurrenz zur Telekom stehen. Insgesamt dürfte die Übernahme eine Chance für Deutschland sein mit dem Breitbandausbau einen großen Schritt voran zu kommen und im internationalen Vergleich in Zukunft besser dazustehen.

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Autor Konstantin

Autor: Konstantin Matern

Ich bin Konstantin, Fachinformatiker, der seine Ausbildung bei einem großen Internetanbieter abgeschlossen hat. Seitdem beobachte ich den Telekommunikationsmarkt und helfe Verbrauchern auf dem Weg zu einem günstigen Internetanschluss - auch in ländlichen Regionen.

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