DSL-Drosselung unzulässig

Gericht stoppt Telekoms Flatrate-Drosselung

30. Oktober 2013, 15:13 Uhr | News | von | Keine Kommentare

Es ist eine Niederlage für die Deutsche Telekom: Vom Kölner Landgericht wurde die Einschränkung der Surfgeschwindigkeit bei Pauschaltarifen für unzulässig erklärt. Alle demnach abgeschlossenen Verträge sind laut Gericht nicht zulässig. Die Telekom will die Entscheidung nicht akzeptieren.

DSL-Drosselung

DSL-Drosselung: Schluss mit Highspeed-Surfen so viel man will?

Wer in den letzten Monaten die News in der Telekommunikationsbranche verfolgt hat, wird bereits über den Begriff „Drosselcom“ gestolpert sein. Genau so wird über die Telekom seit Ankündigung der Einführung einer Drosselung für Verträge mit DSL-Flatrate gespottet. Sogar unter Twitter läuft unter dem Hashtag „Drosselkom“ eine Diskussion. Nachdem die Netzgemeinde protestierte, ruderte die Telekom zurück und hob das Drosseltempo von 384 kbit/s auf 2 Mbit/s. Ab einem bestimmten Datenvolumen soll nämlich Schluss mit Highspeed-Internet sein, wenn es nach der Telekom geht. Die Verbraucherzentrale NRW sieht das anders und hat vor Gericht geklagt.

Kunden erwarten bei Pauschaltarifen volle Surfgeschwindigkeit

Drosselung bei Telekom-VDSL

Besonders nachteilig ist die DSL-Drosselung bei Verträgen mit VDSL-Geschwindigkeit. Hier fällt die Surfgeschwindigkeit auf unter 10% des ursprünglich vereinbarten Tempos.

Laut Kölner Landgericht ist die Klausel für eine Reduzierung der Surfgeschwindigkeit bei Pauschaltarifen nicht zulässig. Sowohl eine Drosselung auf 384 kbit/s als auch auf 2 MBit/s darf die Telekom bei Flatrate-Tarifen nicht machen. Mit „Flatrate“ verbinden Kunden bei Internetanschlüssen über das Festnetz einen Festpreis für eine vertraglich vereinbarte Surfgeschwindigkeit – so die Begründung. Für die Richter ist das eine klare Benachteiligung der Kunden.

Die Telekom hatte im Frühjahr angekündigt bei den Flatrate-Tarifen die Datentransferrate ab einer bestimmten Datenmenge zu drosseln. Das gilt aber nicht für einige Dienste der Telekom wie beispielsweise das TV-Angebot Entertain. Dienste der Konkurrenz können aber bei gedrosselter Geschwindigkeit nicht mehr richtig funktionieren. Für viele Kunden ist das nicht hinnehmbar und eine Benachteiligung.

Telekom kann Entscheidung nicht nachvollziehen

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Die Telekom kann in Berufung gehen (Az. 26 O 211/13). Man will seitens der Telekom das Urteil prüfen und erwägt in Berufung zu gehen. Ein Unternehmenssprecher sagte zur Gerichtsentscheidung: „Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen.“.

1&1, drittgrößter Anbieter von Telefon- und Internetanschlüssen, hat bereits seit zwei Jahren eine Staffelung:

  • 1. Tarif: Günstig und mit einer Drosselung ab einem Verbrauch von 100 GByte pro Monat
  • 2. Tarif: Ohne Tempo-Drosselung

Wir dürfen gespannt sein wie sich die Sache entwickelt. Neben der Telekom will auch Congstar eine Drosselung einführen. o2 hat in den neuen All-In DSL-Tarifen bereits eine Drosselung integriert, die ab 1. Juli 2014 auch in der Praxis umgesetzt wird.

Autor Konstantin

Autor des Beitrags: Konstantin Matern

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Seitdem beschäftigt er sich mit Internetanbietern, Tarifen und allem rund um IT. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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