DSL-Drosselung: Wer drosselt die Surfgeschwindigkeit?

Seitdem die Telekom bekannt gab die DSL-Tarife mit einer Drosselung zu versehen, herrscht Verwirrung. Welcher Internetanbieter drosselt? Wer plant eine DSL-Drosselung? Wir wollen aufklären und zeigen Ihnen in einer Tabelle welche Provider derzeit die Leitung Ihrer Kunden nach erreichen eines Datenvolumens „zuschnüren“.

AnbieterDrosselung (Ja/Nein)Drossel-BedingungenWeitere Informationen
Telekom Logo
(Stand: August 2014)
Nein-Im Oktober 2013 gab es ein Gerichtsurteil nach dem die Telekom DSL-Flatrate Verträge nicht drosseln darf. Daher plant das Unternehmen die Einführung von Volumentarifen bei denen ab einer gewissen Datenmenge die Geschwindigkeit gedrosselt wird.
Vodafone-Logo
(Stand: März 2016)
Ja, teilweiseLediglich beim 200 V-Tarif (200 Mbit/s) im Kabelnetz gibt es ab dem Erreichen von 1.000 Gbyte pro Monat eine Drosselung auf 10 Mbit/s.Laut Vodafones Pressestelle gibt es keine Drosselpläne. Auch auf der Homepage wurde eine eigene Seite eingerichtet bei der es heißt "Wirklich unbegrenzt im Internet surfen".
1und1-Logo
(Stand: August 2014)
NeinNur im günstigen Sondertarif "Surf & Phone Flat Special": bis 300 GB pro Monat volle Surfgeschwindigkeit von 16.000 kbit/s; dann wird der Download auf 1.000 kbit/s begrenzt.Bei den normalen DSL-Tarifen wird bei 1und1 nicht gedrosselt.
o2-Logo
(Stand: Oktober 2014)
Drosselung ist da: Ab 3. November 2014 will o2 in den Tarifen DSL All-In M & All-In L die Leitung drosseln, wenn in Folge 3 Monate jeweils 300 GB Surfvolumen überschritten werden. o2 drosselt nur in einigen Regionen. Wenn o2 für Ihren Vertrag eine Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Deutschen Telekom mieten muss, wird Ihre Leitung bei Überschreiten von 50 GB Datentransfer pro Monat auf maximal 1 Mbit/s gedrosselt.
Unitymedia KabelBW Logo
(Stand: August 2014)
Nein-
Congstar Logo
(Stand: August 2014)
Nein-Spätestens 2014 will Congstar alten Berichten zufolge eine Datenobergrenze für Festnetzkunden einführen. Einen genauen Termin und welche Grenzen es geben soll, ist bislang nicht bekannt.
TELE2 Logo Nein-Tarife bei denen via Funk gesurft wird, haben eine Drosselung.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Was bedeutet Drosselung?

Heute werden die meisten Internet-Tarife mit einer Flatrate angeboten. Surfgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s (bei Kabel-Anbietern) und 50 Mbit/s (bei DSL-Anbietern) sind üblich. Doch die Telekom war der erste Anbieter, der im Mai 2013 für Neukunden eine sogenannte Drosselung einführen wollte. Was bedeutet Drosselung genau? Bei Kunden mit Drosselung wird ein bestimmtes Datenkontingent festgelegt. Das können wie bei o2-Online 300 GByte pro Monat sein. Bis zum Erreichen des Datenvolumens surft der Kunde mit vollem Highspeed – das können je nach Tarif 6, 16, 25 oder z.B. 50 Mbit/s sein.

DSL-Drosselung

DSL-Drosselung: Manch ein Kunde ärgert sich über eine reduzierte DSL-Leitung

Schaut der Kunde viele Filme online oder lädt eine große Datenmenge herunter so dass im Zeitraum (Monat) die Grenze überschritten wird, wird das Datenvolumen von der Technik des Anbieters stark reduziert. Die Folge ist ein langsamer Internetanschluss. Die Reduzierung wird erst wieder aufgehoben, wenn der Zeitraum vorüber ist. Manche Anbieter bieten Kunden an auch nach Überschreiten der Obergrenze von der Tempo-Bremse verschont zu bleiben. Allerdings fallen hier weitere Kosten an. o2-Online bietet dies ab Oktober 2014 für 14,99 EUR pro Monat an.

Tipp: Vertrag genau lesen!

In Ihren AGB haben Internetanbieter – wenn sie drosseln – eine Klausel. Lesen Sie diese aufmerksam.

Tipps: Niedriges Datenvolumen beim DSL-Anschluss

Ihnen droht die Einführung einer Drosselung? Ihr Anbieter drosselt bereits und Sie überschreiten die Obergrenze häufig? Wir haben einige Tipps, wie Sie den bisherigen Datenverbrauch deutlich senken können.

  1. Nutzen Sie einen schlanken Browser wie Google Chrome, Dolphin oder Opera. Diese komprimieren Webseiten um fast 90%. Die Folge für Sie: Deutlich weniger Volumenverbrauch.
  2. Werbung deaktivieren: Auch wenn es nicht förderlich ist für die Webseitenbetreiber. Bei Deaktivierung von Werbung oder vor allem Flash, lassen sich viele Mega- oder GigaByte Traffic einsparen.
  3. Windows Service-Pack von CD laden: Das Betriebssystem sollte stets aktuell gehalten werden. Für Windows 7 bedeutet nach dem frischen Aufspielen es, dass Sie ein Update mit knapp 1 GByte Größe herunterladen müssten. Unser Tipp daher: Laden Sie den Download für später herunter und brennen Sie ihn auf CD. So können Sie die wichtigsten Updates von CD installieren und müssen nur noch wenige Aktualisierungen aus dem Internet ziehen.
  4. Schalten Sie Bilder aus! Kaum vorstellbar? Bilder verursachen einen großen Teil des Volumenverbrauchs beim Surfen. Wenn Sie diese nicht brauchen, können Sie Bilder im Browser deaktivieren. Der Nachteil ist dann aber, dass das Design der Webseiten zerschossen ist und das Surfen keinen Spaß mehr macht.
  5. Downloadmanager installieren! Bei einem Download-Abbruch müssen Sie bei vielen Browser den Download erneut beginnen. Das ist verschwendetes Datenvolumen. Mit einem Download-Manager lassen sich Downloads pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit fortsetzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Tools mit kleinen Tricks die Downloadgeschwindigkeit optimieren.
  6. Trennen Sie die Verbindung bei Nichtgebrauch! DSL-Kunden sind über den Router permanent mit dem Internet verbunden. Selbst wenn Sie nicht surfen, könnten Programme und Systemanwendungen im Hintergrund via Internetverbindung nach Draußen kommunizieren. Kleines Beispiel: Der Updatemanager des Virenscanners fragt nach Aktualisierungen oder die Uhrzeit-Synchronisation von Windows. Wenn es auch nur kleine Datenmengen sind, kommen so über die Tage einige MegaByte zusammen, die Sie einsparen können.

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