Ein sicheres WLAN brauchst du nicht zu basteln: Die meisten Router sind ab Werk ordentlich eingestellt. Mit sechs Einstellungen machst du es richtig dicht – und weißt, welche gut gemeinten Tipps kaum etwas bringen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verschlüsselung: WPA3 oder „WPA2 + WPA3“. WEP und WPA (TKIP) sind geknackt.
- WLAN-Passwort: mindestens 20 Zeichen, so empfiehlt es das BSI. Das Passwort vom Typenschild ist sicher.
- Router-Kennwort ist etwas anderes als das WLAN-Passwort – es schützt die Einstellungen.
- Updates automatisch einspielen lassen, Fernzugriff aus, WPS-PIN aus.
- Gäste und Smart-Home-Geräte ins Gast-WLAN.
Warum sollte ich mein WLAN sichern?
Wer in deinem WLAN ist, surft über deinen Anschluss und kann im schlimmsten Fall auf Geräte im Heimnetz zugreifen – Drucker, Netzlaufwerke, Kameras. Die frühere „Störerhaftung“ für WLAN-Betreiber hat der Gesetzgeber 2017 abgeschafft; Ärger mit Abmahnungen gibt es trotzdem zuerst beim Anschlussinhaber. Und: Fremde bremsen dein Internet.
So kommst du in die WLAN-Einstellungen
Alle Einstellungen machst du in der Oberfläche des Routers. Am besten per LAN-Kabel – änderst du das WLAN, während du darüber verbunden bist, fliegst du kurz raus.
| Router | Adresse | WLAN-Sicherheit |
|---|---|---|
| FRITZ!Box | fritz.box | WLAN › Sicherheit › Verschlüsselung |
| Telekom Speedport | speedport.ip | Netzwerk › Name und Verschlüsselung |
| Vodafone Station | 192.168.0.1 | WLAN › Allgemein |
| o2 HomeBox | o2.box | Heimnetzwerk › WLAN |
Das Kennwort für die Oberfläche steht auf dem Typenschild. Adressen weiterer Router: Router-Adressen & Passwörter.
6 Tipps für ein sicheres WLAN
1. Verschlüsselung: WPA3 oder WPA2 + WPA3
Stell WPA3 ein. Hast du ältere Geräte, die WPA3 nicht können, nimm den Mischbetrieb „WPA2 + WPA3“ – dann nutzt jedes Gerät das Beste, was es kann. WPA2 mit AES (CCMP) ist weiterhin sicher, wenn das Passwort lang ist. WEP und WPA mit TKIP sind in Minuten geknackt und dürfen nicht mehr verwendet werden. Kommt danach ein altes Gerät nicht mehr ins WLAN: WLAN funktioniert nicht.
2. Langes WLAN-Passwort
Das BSI empfiehlt für das WLAN mindestens 20 Zeichen ohne erkennbaren Zusammenhang. Das Passwort vom Typenschild erfüllt das meist schon – du musst es nicht ändern. Willst du ein eigenes:
- Mindestens 20 Zeichen, gern länger (bis 63 sind möglich).
- Keine Wörter aus dem Wörterbuch, keine Namen, Geburtstage oder Adressen.
- Ein Satz aus mehreren zufälligen Wörtern mit Zahlen und Zeichen ist gut zu merken und trotzdem sicher.
So änderst du es: WLAN-Passwort ändern.
3. Router-Kennwort ändern und Fernzugriff aus
Das Kennwort für die Router-Oberfläche schützt alle Einstellungen. Neuere Router haben ab Werk ein eigenes Kennwort auf dem Typenschild. Steht bei dir noch „admin“ oder gar keins, ändere es sofort. Den Zugriff aus dem Internet (Fernwartung, Fernzugang) schaltest du aus, wenn du ihn nicht brauchst.
4. Updates automatisch einspielen
Sicherheitslücken in Routern werden laufend geschlossen. Bei der FRITZ!Box ist das Auto-Update ab Werk an (prüfen unter System › Update), Speedport, Vodafone Station und o2 HomeBox bekommen Updates vom Anbieter. Router, für die es keine Updates mehr gibt, solltest du ersetzen – aktuelle Router im Vergleich.
5. WPS-PIN abschalten
Die WPS-PIN lässt sich in kurzer Zeit erraten – schalte das PIN-Verfahren ab. Die WPS-Taste (Push-Button) ist nur 2 Minuten nach dem Drücken offen und unbedenklich, wenn du sie nur bei Bedarf nutzt. Mehr: WPS-Verbindung.
6. Gast-WLAN für Besuch und Smart Home
Gib Besuchern nicht dein Heimnetz-Passwort, sondern richte ein Gast-WLAN ein. Gäste kommen damit ins Internet, aber nicht an deine Geräte. Auch günstige Smart-Home-Geräte (Steckdosen, Kameras) sind dort gut aufgehoben. FRITZ!Box: WLAN › Gastzugang, Speedport: Netzwerk › WLAN-Gastzugang.
Was kaum etwas bringt
| Maßnahme | Warum sie wenig hilft |
|---|---|
| WLAN-Namen verstecken | Der Name lässt sich mit einfachen Programmen trotzdem auslesen – und deine Geräte suchen das Netz dann überall. |
| MAC-Filter | MAC-Adressen lassen sich fälschen, und Handys nutzen heute wechselnde Adressen. Viel Aufwand, wenig Schutz. |
| Sendeleistung drosseln | Senkt eher die Qualität im eigenen Zuhause, als Angreifer fernzuhalten. |
| WLAN nachts ausschalten | Spart etwas Strom, macht das WLAN aber nicht sicherer, wenn es gut verschlüsselt ist. |
Unterwegs: Öffentliches WLAN sicher nutzen
Im Café, Hotel oder Zug ist das WLAN meist offen oder das Passwort kennen alle. Dort schützt dich nicht die Verschlüsselung des Routers, sondern dein Verhalten:
- Auf das Schloss achten: Fast alle Webseiten und Apps verschlüsseln heute selbst (HTTPS). Warnt der Browser vor einem unsicheren Zertifikat, brich ab.
- Richtiges Netz wählen: Frag nach dem genauen WLAN-Namen. Angreifer stellen gern ein Netz mit ähnlichem Namen auf.
- Automatisch verbinden aus: Lass das Gerät offene Netze nicht von allein wählen und lösch Hotspots, die du nicht mehr brauchst.
- Freigaben aus: Unter Windows das Netz als „Öffentlich“ einstufen – dann sind Datei- und Druckerfreigabe gesperrt.
- Banking lieber mobil: Für Online-Banking und Einkäufe den Hotspot deines Handys nutzen. Ein VPN nur von einem Anbieter, dem du vertraust – kostenlose VPN-Apps finanzieren sich oft über deine Daten.
- Updates einspielen: Aktuelles System und aktueller Browser schließen bekannte Lücken.
Wie du dein Handy als Hotspot einrichtest: Handy als Router.
Häufige Fragen zur WLAN-Sicherheit
Welche WLAN-Verschlüsselung ist die beste?
WPA3. Für ältere Geräte den Mischbetrieb „WPA2 + WPA3“. WEP und WPA (TKIP) nicht mehr verwenden.
Wie lang sollte das WLAN-Passwort sein?
Das BSI empfiehlt mindestens 20 Zeichen ohne erkennbaren Zusammenhang. Das Passwort vom Typenschild des Routers erfüllt das meist.
Muss ich das WLAN-Passwort vom Router ändern?
Nein, wenn es lang und zufällig ist – das ist bei aktuellen Routern ab Werk der Fall. Ändern solltest du es, wenn Fremde es kennen könnten.
Ist WPA2 noch sicher?
Ja, mit AES (CCMP) und einem langen Passwort. WPA3 ist besser geschützt gegen das Erraten von Passwörtern.
Hafte ich, wenn jemand über mein WLAN Straftaten begeht?
Die Störerhaftung für WLAN-Betreiber wurde 2017 abgeschafft. Abmahnungen landen trotzdem zuerst beim Anschlussinhaber – ein gut gesichertes WLAN erspart dir den Ärger.