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IP-Adresse: Ermitteln, verbergen, orten und Aufbau von IP-Adressen

von Konstantin Matern
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Erfahre was eine IP-Adresse ist und warum sie als “digitaler Fingerabdruck” im Netz so wichtig ist. Wir stellen dir die Grundlagen zur IP-Adresse vor. Du erfährst den Unterschied zwischen öffentlicher und privater IP-Adresse, die Arten von IP-Adressen und etwas zum Aufbau. Außerdem verraten wir dir, wie du anhand einer IP-Adresse einen Nutzer orten kannst.

Jedes Netzwerkgerät braucht innerhalb eines Datennetzwerks eine Adresse. Sie dient der Identifizierung und stellt sicher, dass Datenpakete beim richtigen Gerät ankommen. Sowohl für das Heimnetzwerk und das Internet sind IP-Adressen daher unverzichtbar.

Kurz und knapp: Was ist eine IP-Adresse?
  • Eine IP-Adresse ist wichtig, um Daten in einem Netzwerk von einem zum anderen Gerät zu schicken. Sie kann mit einer Briefsendung verglichen werden bei der es auch einen Absender und Empfänger gibt.
  • Beim Aufruf einer Internetseite oder Nutzung eines Internetdienstes wird die IP-Adresse des Internetzugangs (Router) an den (Web-)Server übermittelt.
  • Es gibt dynamische und statische IP-Adressen.

IP steht für Internet Protocol. Es handelt sich dabei um einen Netzwerkstandard. Das Internet Protocol schreibt vor wie Informationen zwischen Computern ausgetauscht werden.

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Wie ist meine IP-Adresse?

Durch den Zugriff auf DSLregional können wir dir die öffentliche IP-Adresse ausgeben. Nachfolgend kannst du diese sehen.

Deine IP-Adresse lautet:
78.47.5.29

Beachte bitte, dass die IP-Adresse nur korrekt angezeigt wird, wenn du dich direkt mit dieser Webseite verbindest. Verwendest du einen Proxy-Server, so liefert dir die Anzeige die IP-Adresse des Servers aus. Allerdings liefert der Proxy-Server in der Regel die IP-Adresse des Benutzer-PCs mit. Diese geben wir dann aus.

Was ist der Unterschied zwischen öffentlicher und privater IP-Adresse?

Wer die IP-Adresse ermitteln möchte, sollte sie Basics kennen. Es wird unterschieden zwischen der öffentlichen IP-Adresse und der privaten IP-Adresse.

Öffentliche IP-Adresse Private IP-Adresse
  • Die öffentliche IP-Adresse ist eindeutig und vom Provider dem Internetzugang (Router) zugeordnet. Sie wird dynamisch vergeben.
  • Wegen der dynamishen IP-Adressvergabe des Providers braucht dieser deutlich weniger IP-Adressen als er Kunden hat, da nie alle gleichzeitig online sind.
  • Von Außen (Internet) gilt diese für alle Geräte in deinem LAN (lokalen Netzwerk).
  • Der Router übernimmt dabei die Verteilung und das Routing der Pakete im Heimnetzwerk. Er entscheidet also an welches deiner Geräte ein Datenpaket weitergeleitet wird.
  • Private IP-Adressen werden nur im internen Netzwerk verwendet.
  • Die Vergabe übernimmt der Router, indem er diese von einem DHCP-Server zugewiesen bekommt.
  • Die private IP-Adresse ist nur im lokalen Netzwerk eindeutig.
  • Private IP-Adressen können im Heimnetzwerk je nach Konfiguration statisch oder dynamisch sein. Statische IP-Adressen werden vom Netzwerkadministrator fest vergeben. Router mit DHCP-Server können die IP-Adressen auch dynamisch vergeben.

Aufbau: Wie ist eine IP-Adresse aufgebaut?

Jede IP-Adresse besteht aus zwei Teilen. Der vordere Teil ist die Netzwerkadresse. Er ist für das IP-Routing wichtig. Der hintere Teil die Hostadresse. Sie ist für den Router wichtig, da dieser Netzwerk-Geräte eindeutig zuordnen und erreichen kann.

IPv4-Aufbau

IP-Adresse Aufbau (IPv4)

Ein Beispiel für eine IP-Adresse ist 192.168.0.1. Du wirst dieses vielleicht als typische private IP-Adresse vom Router kennen. Sie ist nach dem “alten” IPv4-Standard aufgebaut. Sie besteht aus 4 Zahlen im Bereich von 0 bis 255, die mit einem Punkt getrennt sind. Eine IPv4-Adresse besteht in binärer Schreibweise (0 und 1) aus 32 bit.

Beispiel für IPv4-Adresse: 192.168.0.1

Das IP-System nach Version 4 kommt bereits an die Grenze, da nicht so viele Kombinationen sich darstellen lassen. Es gibt immer mehr netzwerkfähige Geräte (Kaffeemaschinen, Smart-Home-Geräte). Daher musste ein neuer Standard her.

IPv6-Aufbau

IP in der Version 6 (IPv6) ermöglicht deutlich mehr IP-Adressen. Eine IPv6-Adresse erkennst du an acht Zeichenblöcken. Neben Ziffern bestehen diese auch aus Buchstaben. Die einzelnen Blöcke werden mit einem Doppelpunkt getrennt. Insgesamt ist eine IPv6-Adresse 128 Bit lang.

IPv6-Adresse – Aufbau Präfix und Interface-Identifier

Dabei ist sie in Interface-Identifier und Präfix gegliedert. Das Präfix bezeichnet das Netzwerk. Der Interface-Identifier bezeichnen ein Gerät oder einen Knoten.

Beispiel für IPv6-Adresse: 2001:0db8:0000:0000:0000:54f3:dd6b:0001

Wie du an dem Beispiel erkennen kannst, sind die IPv6-Adressen sehr lang. Daher gibt es für die Schreibweise einige Vereinfachungen:

  • Du kannst innerhalb eines Blocks führende Nullen auslassen.
  • Bei einzelnen oder aufeinander folgenden Blöcken mit den Werten “0” kannst du die Nullen auslassen. Zwei aufeinander folgende Doppelpunkte deuten darauf hin, dass mit Nullen aufgefüllt werden kann. 2001:db8:0:0:0:0:1428:57ab steht für 2001:db8::1428:57ab.
  • Du kannst die Kürzung der Nullen nur einmal pro IPv6-Adresse durchführen, da die Adresse sonst mehrdeutig ist und es nicht klar ist, wie viele Nullen gekürzt wurden. In der Regel wird die Gruppe mit den meisten Null-Blöcken gekürzt.

Wie kann ich die eigene IP-Adresse ermitteln?

Dir stehen je nach verwendetem Gerät mehrere Möglichkeiten offen deine IP-Adresse zu ermitteln. Unter Windows funktioniert dies mit Hilfe des Befehls “ipconfig”. Damit kannst du die lokale IP-Adresse in deinem Netzwerk ermitteln. Unter Mac findest du die lokale IP-Adresse unter “Netzwerk” in den Systemeinstellungen. Die öffentliche IP-Adresse zeigen wir dir weiter oben an.

Wie kann ich die IP-Adresse eines E-Mail-Absenders ermitteln?

In jeder E-Mail sind versteckte Informationen im sogenannten Header gespeichert. Diesen siehst du als Nutzer normalerweise nicht. Es kann sogar die IP-Adresse des Absenders im Header sein. Du kannst aber mit einem kleinen Trick auf den E-Mail-Header zugreifen.

Datenverkehr im Internet - Absender und Empfänger Pakete

Datenverkehr im Internet – Absender und Empfänger Pakete

  • In den meisten E-Mail-Clients funktioniert dies mit der rechten Maustaste auf die E-Mail und dann auf “Eigenschaften -> Original anzeigen” oder “Eigenschaften -> Quelle anzeigen”. Andere Mail-Programme ermöglichen den Zugriff über “Ansicht”, “Optionen” oder “Quelltext” darauf.
  • Die IP-Adresse findest du dann unter X-Originating-IP oder Received from.

In Outlook IP-Adresse anzeigen – hier blau markiert

Solltest du eine E-Mail erhalten, die von einem Dienst wie GoogleMail (Gmail) gesendet wurde, so ist es unwahrscheinlich, dass die IP-Adresse des Absenders angezeigt wird.

Wie kann ich eine IP-Adresse lokalisieren und orten?

Wie bereits beschrieben gilt die IP-Adresse als digitaler Fingerabdruck eines Nutzers. Wenn du dich im Internet bewegst oder auch nur eine E-Mail versendest, hinterlässt du automatisch deine Spuren. Du kannst mit Hilfe der IP-Adresse deinen eigenen Standort oder den Standort eines anderen Nutzers lokalisieren.

Anhand deiner IP-Adresse kannst du folgendermaßen geortet werden.

Ergebnis deiner IP-Adressen Ortung

IP-Adresse:
Stadt: Munich
Region: Bavaria
Land: Germany
Kontinent: Europe
Latitude: 48.1497
Longitude: 11.585

In dem Formular oben ist deine eigene IP-Adresse eingestellt. Du kannst aber auch eine fremde IP-Adresse (IPv4 oder IPv6) eingeben, um den Standort zu lokalisieren. Wie du siehst ist die Ortung anhand der IP-Adresse nicht ganz genau. Sie reicht aber aus, um den ungefähren Standort zu bestimmen. Du erkennst daran, ob eine Mail wirklich von deiner Bank oder von einem Betrüger aus dem Ausland stammt.

Was verrät die IP-Adresse über mich?

Beim Aufruf einer Internetseite wie DSLregional.de kann über deine Internetverbindung einiges über dich herausgefunden werden. Das wäre folgendes:

Aufenthaltsort

Über kostenlose und kostenpflichtige Datenbanken können Land, Stadt, Region oder teils Stadtteile identifiziert werden. Das nennt sich Geolocation.

Anbindung / Zugangstechnologie

Es gibt Datenbanken über die jemand herausfinden kann, ob du DSL oder ein Mobiltelefon zum Surfen verwendest.

Zugangsprovider

Über deinen Zugangsprovider können persönliche Daten über dich abgefragt werden. Du kannst über den Provider identifiziert werden.

Dein Unternehmen

Wenn du über das Netzwerk einer Behörde oder eines großen Unternehmens surfst, kann der Name festgestellt werden. Viele Unternehmen und Organisationen können anhand ihrer IP-Adresse identifiziert werden.

Wie du siehst kann über deine IP-Adresse jemand herausfinden, welchen Internet-Provider du benutzt. Unterschiedliche IP-Adressbereiche werden an Internet-Provider, Behörden oder große Unternehmen vergeben. Anhand der Zahlenblöcke einer IP-Adresse ist eine Zuordnung möglich.

Google wurden beispielsweise folgende Adressbereiche zugeordnet (nicht vollständig):

  • 172.217.0.0 – 172.217.30.9
  • 216.58.190.0 – 216.58.223.9

Welche IP-Adressblöcke haben die Internetanbieter?

Folgende Tabelle zeigt dir einen kleinen Auszug der IP-Adressblöcke der größten Internetanbieter in Deutschland:

IP-Adresse Start IP-Adresse Ende Anzahl IP-Adressen ISP (Internet Service Provider)
2.160.0.0 2.175.255.255 1.048.576 Telekom Deutschland GmbH
2.200.0.0 2.207.255.255 524.288 Vodafone GmbH
2.208.0.0 2.215.255.255 524.288 Telefonica Germany GmbH & Co.OHG
2.240.0.0 2.247.255.255 524.288 Telefonica Germany GmbH & Co.OHG
5.1.128.0 5.1.255.255 32.768 Telefonica Germany GmbH & Co.OHG
5.4.0.0 5.7.255.255 262.144 Telefonica Germany GmbH & Co.OHG
5.10.48.0 5.10.63.255 4.096 Unitymedia NRW GmbH
5.10.160.0 5.10.191.255 8.192 Unitymedia NRW GmbH
79.192.0.0 79.255.255.255 4.194.304 Deutsche Telekom AG
84.128.0.0 84.191.255.255 4.194.304 Deutsche Telekom AG
91.0.0.0 91.63.255.255 4.194.304 Deutsche Telekom AG
93.192.0.0 93.255.255.255 4.194.304 Deutsche Telekom AG
31.224.0.0 31.255.255.255 2.097.152 Telekom Deutschland GmbH
88.64.0.0 88.79.255.255 1.048.576 Vodafone GmbH
164.16.0.0 164.31.255.255 1.048.576 T-Systems International GmbH
178.0.0.0 178.15.255.255 1.048.576 Vodafone GmbH
Dies ist nur ein Auszug, da deutlich mehr IP-Adressblöcke vergeben wurden. Hier kannst du eine csv-Datei mit noch mehr großen IP-Adressblöcken in Deutschland herunterladen.

Anhand der IP-Adressen können also Kunden bestimmten Providern zugeordnet werden. Wessen Adresse mit 81, 91 oder 212 beginnt ist höchstwahrscheinlich ein Kunde der Deutschen Telekom. Die Geolocation (Ortsbestimmung) funktioniert je nach Entfernung zum Interneteinwahlknoten gut oder schlecht.

Im städtischen Bereich liegen Einwahlknoten meist nur wenige hundert Meter entfernt. Dadurch lässt sich der Wohnort relativ genau bestimmen. Erfolgt der Zugang auf dem Land, so ist der Einwahlknoten häufig ein paar Kilometer entfernt in der nächsten größeren Stadt. Entsprechend ungenau ist da eine Ortung.

Können mich Hacker anhand meiner IP-Adresse angreifen?

Alleine die IP-Adresse bietet dem Hacker kein Einfallstor für einen Angriff. Sie ist lediglich als Adresse und Anlaufpunkt zu sehen. Ein Hacker kann also mit der IP-Adresse einen PC nach Sicherheitslücken durchsuchen. Da PCs und Server in der Regel über eine Firewall und Sicherheitsfunktionen verfügen, sind diese vor Angriffen geschützt.

Vergleich: Nur weil ein Einbrecher deine Wohnanschrift kennt, heißt das nicht, dass dieser einen erfolgreichen Einbruch durchführen kann. Alarmanlagen, sichere Fenster und Türen schützen dich weiterhin.

Des Weiteren stellt dein PC oder Smartphone Zuhause über einen Router eine Verbindung zum Internet her. Da der Router über eine eigene IP-Adresse verfügt, müsste ein Hacker erstmal an dem Router und dessen Schutzmechanismen vorbei. Die öffentlichen Adressen am Router sind dynamisch und ändern sich stetig. Das ist für Hacker eine weitere zu überwindende Hürde.

DoS/DDoS-Angriff

Wenn ein Hacker deine IP-Adresse kennt, kann dieser ein DoS-/DDoS-Angriff starten. Dabei schüttet dieser das Netzwerk mit unerwünschtem Datenverkehr zu, so dass es zu einer Unterbrechung der Internetverbindung kommt. Bei Online-Games findet das häufig statt, wenn Spiele andere mit DoS/DDoS ärgern möchten.

IP-Hack

Genau genommen wird beim sogenannten “IP-Hack” nicht die IP-Adresse gehackt, sondern ein Cyberkrimineller hackt ein Gerät (z. B. über das WLAN oder Internet) und hat Zugriff auf die IP-Adresse. Unter Nutzung deiner IP-Adresse kann der Kriminelle illegale Aktivitäten ausführen. Das können Morddrohungen, Download illegaler Torrents, Kinderpronografie oder andere verbotene Inhalte sein.

Remote Zugriff

Alleine die IP-Adresse reicht nicht aus, um deinen PC aus der Ferne zu steuern. Ein Cyberkrimineller kann aber mit der IP-Adresse deine Geräte nach offenen Ports scannen. Dabei durchsucht er verbundene Ports über die Daten in dein Netzwerk oder Gerät ein- oder ausströmen. Gelingt es dem Hacker einen offenen Port zu finden und die Kontrolle zu erlangen, hat er die Möglichkeit aus der Ferne einen Computer zu steuern. Allerdings besteht diese Gefahr eher bei veraltetenen Betriebssystemen auf deinen du weder Firewall, noch Antimalware-Software installiert hast.

Wie kann ich meine IP-Adresse verbergen?

Ganz ohne IP-Adresse funktioniert die Kommunikation in einem Netzwerk nicht. Aber es gibt diverse Programme, wie Tor, mit denen du den digitalen Fingerabdruck im Internet verwischen kannst. Beachte allerdings, dass die Geschwindigkeit beim Surfen stark beeinträchtigt wird und dies der große Nachteil ist. Ein Tool, wie Tor, ist wie eine Art Vermittler, der sich zwischen deinen Computer und die besuchten Webseiten schaltet.

Folgende Möglichkeiten stehen dir offen eine IP-Adresse zu verbergen:

  • Tor-Browser: Dadurch wirst du beim Surfen anonym. Starte dazu den portablen Tor-Browser und du bist direkt anonym online.
  • VPN (Virtual Private Network): Beim Surfen über ein virtuelles privates Netzwerk nimmst du die IP-Adresse des Netzes an. Firmennetze nutzen die Technologie häufig für sichere Verbindungen zwischen Arbeitnehmern und dem Unternehmensnetzwerk.
  • Proxy-Server: Beim Surfen über einen Proxy-Server nutzt du eine klassische Variante zur Verschleierung einer IP-Adresse. Du stellst dazu im Browser die IP-Adresse des Proxy-Servers ein. Der Datenverkehr läuft dann über den Server. Für die andere Seite ist nur die IP-Adresse des Proxy-Servers sichtbar. Ein Proxy bietet weitere Vorteile, wie Caching- und Filter-Funktionen.

Quellen: Weiterführende Informationen & Weblinks

  • https://de.wikipedia.org/wiki/IPv6
  • https://www.nirsoft.net/countryip/de.html

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