Obama will in den USA schnelles Internet für alle

22. Januar, 2015 | 11:37 Uhr |

US-Präsident Barack Obama will mit einem Großprojekt Internetanschlüsse in den USA beschleunigen. Zu schlecht sei die Versorgung. Das zeigt sich vor allem im internationalen Vergleich. Hier schneiden die Internetanschlüsse der Vereinigten Staaten als teuer und zu langsam ab.

USA Breitband-Karte Januar 2015

USA Breitband-Karte Januar 2015: Die Karte zeigt an Endkunden angebotene Breitband-Technologien – z.B. e.g. DSL, Kabel, Funk, Glasfaser, etc. (Bild: broadbandmap.org)

Besonders in den westlichen US-Bundesstaaten sind die weißen Flecken klar zu finden. Montana, Utah, Colorado und Wyoming haben immer noch kein schnelles Internet. Die Realität ist anders als es sein sollte. Laut Obama ist eine schnelle Internetversorgung kein Luxus, sondern wirtschaftlich notwendig. Dennoch haben viele Amerikaner lediglich einen Internetanschluss über Kupferkabel statt Glasfaser.

12x schnellere Downloads in anderen internationalen Städten

Deutlich wird der internationale Vergleich zwischen Großstädten: der Download eines Films in Paris, Zürich und Hong Kong ist in sieben Sekunden abgeschlossen. Bürger zahlen dort 30 Euro pro Monat. In New York, Los Angeles oder Washington dauert es dagegen fast eineinhalb Minuten bis der gleiche Filme heruntergeladen ist. Dazu noch die extrem hohen Preise: Amerikaner müssen hier über 200 Euro für den Internetanschluss zahlen. Das ergaben Daten des Washingtoner Open Technology Institute.

Pläne von Barack Obama

Mit dem Programm „BroadbandUSA“ will das Wirtschaftsministerium laut dem Weißen Haus den Netzausbau in Kommunen fördern. Genutzt werden sollen dabei die Erfahrungen des bereits angelegten Breitbandfonds in das 4,7 Milliarden US-Dollar eingeflossen sind. Barack Obama will seinerseits mit Gesetzesänderungen „unnötige regulatorische und politische Hindernisse“ für den Netzausbau beseitigen. In 19 Bundesstaaten werdend daher Auswirkungen von Gesetzen abgemildert werden, um Interessen von Telekommunikationsfirmen zu schaffen. Das Landwirtschaftsministerium will daher Initiativen für schnelles regionales Internet mit Zuschüssen und Darlehen von bis zu 50 Millionen Dollar unterstützen.

Als Beispiel nennt der Präsident Cedar Falls. Dank einer lokalen Initiative hat die Kleinstadt eine eigene Glasfaser-Netzstruktur aufgebaut. Dadurch ist das Internet so schnell wie in Tokio, Paris und Hong Kong.

Wie ist die aktuelle Lage in den USA?

45 Millionen Amerikaner können nicht einmal die nächste Generation des schnellen Internets kaufen. Der Markt ist zwischen riesigen Telekomfirmen wie Time Warner und Comcast auf der Kabelseite, Verizon und AT&T auf der Mobilfunkseite aufgeteilt. Weil es keine Regulierungsbehörde gibt, können die Unternehmen eine Menge Geld verlangen und bieten im Gegenzug zweitklassige Internetanschlüsse in den USA, heißt es.

Kurze einige Fakten zu den USA:

  • 19 Millionen Amerikaner auf dem Land können keinen Hochgeschwindigkeitsanschluss buchen
  • Für ein Drittel der Amerikaner ist ein Highspeed-Zugang zu teuer
  • 28,5 Breitbandanschlüsse je 100 Einwohner in Amerika (Vergleich: Deutschland hat 34,6 je 100 Einw.) – Quelle: destatis.de
  • je 100 Einw. nutzen 84,2 das Internet (Vergleich: in Deutschland sind es 84 je 100 Einw.)

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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