Mit welchem Handy/Tablet/Notebook kann ich im Ausland ins Internet?

Sie planen eine Auslandsreise und wollen auch mobil im Ausland im Internet surfen? Es gibt einige Möglichkeiten das Netz aufzurufen. Welche das sind und welche Hardware Sie dafür brauchen, haben wir in diesem Artikel kurz und knapp zusammengefasst.

1. Handy: Smartphone ohne SIM- und Net-Lock

Um eine ausländische SIM-Karte zu nutzen, benötigen Sie ein Smartphone, welches SIM- und Net-Lock-frei ist. Denn mit einer solchen Sperre verhindern Provider beim Kauf eines Smartphones in Kombination mit einem Handy-Vertrag, dass Sie ein anderes Mobilfunknetz verwenden können. Ziel der SIM-/Net-Lock-Sperre ist es das günstigere Smartphone nur im eigenen Netz nutzen zu können und sich der Preis über die nächsten Jahre amortisiert.

TIP: SIM-/Net-Lock entsperren

Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit dürfen Sie Ihr Gerät entsperren. So lässt sich das Smartphone mit jeder beliebigen SIM-Karte (auch Ausland-SIM-Karten) betreiben. Doch wie geht es genau? O2 und E-Plus haben in der Vergangenheit keine Netlocks verwendet. Vodafone stattet seit 2015 keine Smartphones mehr mit Netlock aus. Bei der Telekom müssen Sie die Webseite der Telekom aufrufen und die IMEI-Nummer Ihres Handys eintippen. Diese können Sie sich im Handy auch mit dem Code *#06# anzeigen lassen. Nach diesem Vorgehen ist Ihr Smartphone (außer iPhone) innerhalb von 48 Stunden Netlock-frei. Beim iPhone ist lediglich eine Synchronisation mit iTunes erforderlich, um es Netlock-frei zu machen.

SIM-Lock beim Smartphone

SIM-Lock beim Smartphone (Foto: #51178118 © pictoores – Fotolia.com)


2. Tablet: iPad, Galaxy Tab usw.

Tablet surfen im Ausland

Tablet surfen im Ausland (Foto: #74260360 © Petair – Fotolia.com)

Für das Tablet gelten die gleichen Bedingungen wie für das Smartphone. Aufpassen müssen Sie zusätzlich, ob Sie eine 3G-Variante haben oder das Modul für eine SIM-Karte fehlt. Oftmals mieten Anbieter wie Apple und Samsung Tablets mit oder ohne einen Sim-Karten-Slot. Daher sollten Sie bereits beim Kauf auf folgendes achten: Bei Apple steht z.B. „Apple iPad WiFi“ oder aber „Apple iPad WiFi + 3G“. Wie Sie erkennen können, hat lediglich letztgenanntes einen SIM-Kartenslot.

Im Ausland können Sie eine Prepaid-Karte nur verwenden, wenn das Tablet keinen SIM-Lock hat (siehe oben bei „Smartphone“). Eine weitere Möglichkeit, die viele Nutzer nicht kennen ist es ein UMTS-Modem zu nutzen. An einem derartigen mobilen Hotspot verbindet sich Ihr Tablet über das WLAN mit dem Mobilfunknetz. So lässt sich sogar ein gesperrtes Tablet (mit SIM-Lock) nutzen, weil die Karte im Gerät nicht getauscht werden muss.

3. Notebook: UMTS-Stick oder UMTS-Funkmodul

Notebook mit UMTS-Stick - auch damit lässt es sich im Ausland surfen

Notebook mit UMTS-Stick – auch damit lässt es sich im Ausland surfen (Foto: #22858242 © Gio – Fotolia.com)

Ähnlich wie bei den Tablets und Smartphones verfügen einige Notebooks ebenfalls über UMTS-Module. Besonders Business-Notebooks haben solche integrierten UMTS-Erweiterungen. Bei Samsung-Notebooks stecken diese fest auf dem miniPCI-E Steckplatz. Über den Geräte-Manager von Windows finden Sie heraus, ob in Ihrem Computer ein solches Modul verbaut ist. Aber selbst ohne integriertes UMTS müssen Sie im Ausland auf Internet via Notebook nicht verzichten. Mit einem Surfstick (eine Übersicht von Surfstick-Tarifen finden Sie auf DSLregional.de) können Sie auf WLAN-Router und Hotspots weitgehend verzichten. Alles was Sie für einen mobiles Internet via Surfstick brauchen ist ein Notebook mit USB-Anschluss und einen Prepaid-Vertrag/-Tarif. Ein Surfstick funktioniert ähnlich wie ein Modem. Er hält die Informationen zum gebuchten Tarif bereit und arbeitet wie eine SIM-Karte im Handy. Einmal eingesteckt, surft man mit dem Surfstick am Notebook überall da wo es das Mobilfunknetz zulässt im Ausland im Internet – ganz unabhängig von Internetcafés oder dem Hotel. Je nach Tarif können Sie die SIM-karte aus dem Surfstick auch wie gewohnt in Ihrem Smartphone nutzen – so sparen Sie eventuell doppelt Tarife zu buchen oder eine zweite SIM-Karte zu kaufen.

Beim Kauf des Surfsticks sollten Sie darauf achten, dass dieser die Surfgeschwindigkeit aus Ihrem UMTS-/LTE-Tarif auch erreicht. Haben Sie beispielsweise einen Tarif mit bis zu 50 Mbit/s und einen Surfstick, der nur maximal 7,2 Mbit/s (UMTS) schafft, so surfen Sie langsamer als Sie theoretisch könnten (Flaschenhals-Prinzip). TIPP: Der Huawei E3372 (siehe hier) ist ein – zugegeben etwas teurer – aber sehr guter Surfstick mit dem Sie für die Zukunft gut gerüstet sind. Er schafft eine Downloadgeschwindigkeit von maximal 150 Mbit/s.

4. Smartphone als UMTS-Modem nutzen (Tethering)

Wer ein Notebook ohne integrierte Funkschnittstelle hat, kann sie zu den mobilen Breitbandnetzen auch mit einem UMTS-fähigen Smartphone behelfen. Die Verbindungsherstellung erfolgt dann entweder per USB-Kabel, WLAN oder Bluetooth mit dem Notebook. Tethering ist der Fachbegriff dafür. Nachteile der Methode: Wegen der durchgehenden Datenweiterleitung aus dem Mobilfunknetz über das Smartphone an das Notebook, ist der Akku des Smartphones schnell leer. Das Nachtanken ist aber gerade im Ausland und unterwegs wegen fehlender Steckdosen nicht immer (gleich) möglich. Außerdem müssen sich alle verbundenen Geräten, die das Internet nutzen das vorhandene Datenvolumen des Tarifs teilen. Sie sollten daher ein Datenpaket mit Flatrate und hohem Highspeed-Volumen von 1 bis 2 GB oder mehr haben.

Vorsicht: Nicht jeder Mobilfunkanbieter erlaubt Tethering. Ein Blick ins Kleingedruckte Ihres Mobilfunkvertrags verschafft Ihnen Klarheit.

WLAN-Hotspot unter Android anrichten: So geht es
  • Öffnen Sie die Schnelleinstellungen und tippen Sie auf das Zahnrad, um die Einstellungen zu öffnen
  • Unter „Mobile Hotspot und Tethering“ oder „Mehr“ finden Sie die Tethering-Einstellungen
  • Setzen Sie unter „Mobiler WLAN-Hotspot“ einen Haken im nächsten Menü
  • Passen Sie den Hotspot an. HIerzu wählen Sie „WLAN-Hotspot einrichten“ aus. Im neuen Fenster geben Sie unter „Netzwerk-SSID“ Ihrem WLAN-Netzwerk einen Namen. Ein Passwort mit einer Länge von mindestens acht Zeichen sollten Sie festlegen. Als „Sicherheit“ können Sie WPA2 PSK voreingestellt lassen.
  • Zuletzt verbinden Sie Ihr Zweitgerät (Smartphone, Tablet oder Notebook) mit dem gerade eingerichteten WLAN-Hotspot. Bei der WLAN-Suche müsste Ihr gerade vergebener Name auftauchen. Beachten Sie auch bei der Passworteingabe die Klein-/Großschreibung.


5. Alternative: WLAN-Hotspot statt UMTS oder LTE

Alternativ reicht es natürlich aus, wenn Ihr Smartphone, Tablet oder Notebook WLAN hat. Dann verbinden Sie sich mit dem WiFi-Hotspot des Hotels und haben uneingeschränkten Internetzugang im Ausland. Aber Achtung: Nicht immer ist der WLAN-Zugang kostenlos. Informieren Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Reiseveranstalter oder an der Hotelrezeption. Gerade zentral gelegen haben Sie häufig WLAN-Hotspots, die Sie kostenlos nutzen können. So richtig mobil ist man damit aber im Ausland nicht im World Wide Web.

WLAN-Hotspot im Ausland

WLAN-Hotspot im Ausland (Foto: #110418916 © Ingo Bartussek – Fotolia.com)

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