Voice over LTE

VoLTE: o2 gelingt Handover im Live-Netz

9. Januar 2014, 14:00 Uhr | News | von | Keine Kommentare

Bislang gelang die Übergabe von Telefongesprächen von LTE in das UMTS-Netz nur im Labor. Seit einigen Tagen lassen sich Telefonate im LTE-Netz von o2 beginnen und nahtlos im UMTS-Netz fortsetzen. Das funktioniert erstmals außerhalb einer Laborumgebung, so der Netzbetreiber Telefónica. Damit ist o2 der erste Netzbetreiber weltweit, dem ein solches Handover gelungen ist.

o2 VoLTE

o2: VoLTE erstmals im Live-Netz gelungen

Erstmals ist es Telefónica o2 im Februar gelungen ein VoLTE-Handover durchzuführen. Damals gelang es in einer Testumgebung und unter Einsatz von Geräten verschiedener Hersteller. Vorher war es noch nicht möglich Sprache über das LTE-Netz zu übertragen, weil in der Praxis Telefonate nicht zwischen GSM, UMTS und LTE unterbrechungsfrei übergeben werden konnten. Problematisch ist ein VoLTE-Handover, weil im LTE-Netz Sprachsignale ohne eine Verbindung als IP-Paket übertragen werden – beim UMTS-Netz findet dagegen die Übertragung verbindungsorientiert mit festen Ressourcen für jedes Gespräch statt.

Bisher mussten Smartphones in 2G- oder 3G-Netze wechseln

Bislang muss jedes im LTE-Netz eingebuchte Smartphone für ein Telefonat in das ältere 2G- oder 3G-Netz wechseln. Tecnisch nennt sich dies „Circuit Switched Fallback“ (CSFB). Das bringt gleich mehrere Nachteile mit sich:

  • Laufende IP-Übertragungen können abbrechen.
  • Es kann zu kurzen Wartezeiten kommen.
  • IP-Übertragungen sind im 2G- oder 3G-Netz deutlich langsamer.

Nach Beendigung eines Telefonats muss sich das Smartphone erneut in das LTE-Netz einbuchen. Das läuft zwar alles automatisch ab, dennoch ist die Lösung nicht zufriedenstellen, wie man an den oben genannten Nachteilen erkennen kann.

VoLTE-Handover erstmals außerhalb des Labors

Vorteile von LTE-Telefonaten
  • Schonender für den Smartphone-Akku
  • Höhere Tonqualität
  • Schnellerer Rufaufbau
  • Minutenpreise für Handy-Telefonate könnten der Vergangenheit angehören, wenn paketvermittelte IP-Telefonate über die mobile Handy-Flat abgedeckt werden.

Netzanbieter wollen langfristig daher VoLTE etablieren. Die Übertragung von Sprache soll über das LTE-Netz stattfinden. Da LTE aber in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar ist, muss es ein Handover-Verfahren zum 2G-/3G-Netz geben. Seit November wird VoLTE bereits von o2 eingesetzt. Standardisiert ist VoLTE auch bereits. Probleme machen dennoch die unterschiedlichen Netzgeräte beim Handover. Kein Wunder: Es wurden von o2 rund 60 Schnittstellen und vier neue Plattformen integriert.

Im Februar gelang es o2 bereits ein LTE-Handover durchzuführen. Das was im Labor gelang, schaffte der Netzbetreiber eigenen Angaben nach auch im Live-Netz – allerdings gilt das bislang nur für eine bestimmte Gruppe von Testern. Bis alle o2-Kunden davon profitieren können, werden noch Monate vergehen, so o2. Zunächst muss das Verfahren im Live-Netz stabil laufen, bevor Kunden VoLTE nutzen können.

Weiterführende Informationen: www.o2online.de

Autor Konstantin

Autor des Beitrags: Konstantin Matern

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Seitdem beschäftigt er sich mit Internetanbietern, Tarifen und allem rund um IT. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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