Unitymedia streicht Highspeed-Versprechen für Neukunden

Kabelnetzbetreiber Unitymedia will seine Zufriedenheitsgarantie nicht verlängern. Bislang konten Nuekunden den Kabel-Zugang zwei Monate risikofrei testen und jederzeit kündigen. Mit der Aktion wollte der Kabelnetzbetreiber DSL-Nutzer dazu bewegen zur alternativen Zugangstechnik (Internet via Koaxial-Kabel) umzusteigen.

Unitymedia Zufriedenheitsgarantie: Abschaffung vom Highspeed-Fairsprechen

Unitymedia Zufriedenheitsgarantie: Abschaffung vom Highspeed-Fairsprechen

Ein Wechsel des Internetanbieters ist für viele Kunden ein großer Schritt – selbst wenn man vermeintlich gute Gründe dafür hat. Verträge laufen meist weiter, weil Kündigungsfristen vergessen werden oder man gegenüber anderen Technologien (Kabel-Internet) skeptisch ist. Mit der Zufriedenheitsgarantie wollte Unitymedia Kunden doch zu bewegen. Es galt das „Fairsprechen“, welches Neukunden ermöglichte ausgewählte Highspeed-Tarife zwei Monate ohne Risiko zu testen. Das Maximum an Bandbreite wird aus technischen Gründen bei jeder Technologie (Kabel-Internet oder DSL) nicht permanent erreicht. Bei Unitymedia war man sich so sicher, dass man Kunden sogar anbot jederzeit innerhalb von zwei Monaten nach Schaltung des Internettarifs jederzeit ohne Nachprüfung telefonisch kündigen zu können oder in einen anderen Tarif zu wechseln. Dem hat der Internetanbieter jetzt einen Riegel vorgeschoben. Ein Grund könnte sein, dass sich doch mehr Kunden beschwert haben bzw. die Ausstiegsklausel benutzt haben.

Was erstattete Unitymedia im Rahmen des Highspeed-Versprechens?

Trotz der sogenannten „Zufriedenheitsgarantie“ hat Unitymedia bei einer fristlosen Kündigung im Testzeitraum nicht alles erstattet. Lediglich die monatliche Gebühr in dem Zeitraum in dem man vom Angebot gebrauch machte, wurde erstattet. Gebühren zur Bereitstellung oder Aktivierung des Anschlusses erstattete der Anbieter nicht.

Aufträge, die im Bestellprozess sind oder Kunden, die im Rahmen von Werbekampagnen auf die Garantie hingewiesen wurde, können von der Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung noch Gebrauch machen. Im August 2015 wurde die „Zufriedenheitsgarantie“ von Unitymedia eingeführt. Ein Jahr und zwei Monate später beendet der Kabelnetzanbieter sie und sieht auch kein ähnliches kundenfreundliches Versprechen vor.

Mögliche Gründe für Abschaffung der Zufriedenheitsgarantie

Was macht Unitymedia bei Kapazitätsengpässen? Ist die Auslastung in einem Fibernode wegen zunehmenden Down- und Uploads zu groß, sorgt der Kabelnetzbetreiber für einen sogenannten Nodesplit. Laut Unitymedia-Sprecher können von Planung bis hin zur Ausführung neun bis zwölf Monate vergehen. Für viele Unitymedia-Kunden könnte das zu lange dauern.

Was könnte Unitymedia dazu bewogen haben die kundenfreundliche Zusatzoption abzuschaffen? Auffallend ist, dass Kabelnetzanbieter in der Werbung aggressiv mit hohen Daten-Downloads werben. 100 Mbit/s, 120 Mbit/s und teilweise sogar 400 Mbit/s stehen auf den Werbetafeln. Doch im Gegensatz zu DSL-Verbindungen hat der Nutzer keine exklusive Leitung für sich, sondern muss sich die Kapazität eines Netzknotens mit seinem Nachbarn teilen. Wenn dann in einem Haus mehrere Parteien einen Highspeed-Tarif bei Unitymedia gebucht haben und am Abend parallel diesen auslasten (etwa bei hochauflösenden Videostreams), geht die Geschwindigkeit merklich runter. Als weitere Schwachstelle gilt der Upload im TV-Kabelnetz. Daher beschweren sich oftmals Nutzer, die des Öfteren größere Datenmengen von z.B. Cloud-Backups oder eigene Videos auf Youtube hochladen. Dann kann es länger als beim „langsameren“ DSL kommen. Aber auch Gamer sind mit schwachen Ping-Zeiten unzufrieden.

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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