Netzausbau

Telekom-Wettbewerber warnen vor Deregulierung und Universaldienst

14. November 2013, 16:51 Uhr | News | von | Keine Kommentare

Es könnte dem ehemaligen Staatskonzern Deutsche Telekom gelingen bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen zu eigenen Gunsten Veränderungen in die Wege zu leiten. Zumindest befürchten das die Konkurrenten. Ausgangspunkt ist Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Er will bis 2018 nämlich in ganz Bayern ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz schaffen.

Telekom VDSL-Breitbandausbau

Werden wir bald vermehrt solche Techniker beim Breitbandausbau sehen?

Es herrscht gerade Aufregung unter der Telekom-Konkurrenz. Die Vorlage dafür bietet Horst Seehofer (CDU). Er will bis 2018 flächendeckend ein digitales Hochgeschwindigkeitsnetz in Bayern schaffen. Das ist aber noch nicht alles. Im Gespräch mit Angela Merkel (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD) will Seehofer die Breitband-Strategie ändern. Breitband soll seiner Ansicht nach demnächst „Universaldienst“ werden und gleichzeitig soll die Deutsche Telekom nicht mehr reguliert werden.

Universaldienst – was heißt das?

Mit „Universaldienst“ meint Seehofer ein Recht für jeden Haushalt einen schnellen Internetzugang zu haben. Schnell heißt in dem Fall eine Transferrate von 50 Megabit pro Sekunde.

Wer soll den Universaldienst finanzieren?

Ein flächendeckender Ausbau wird sehr teuer. Hier kommt die Deutsche Telekom ins Spiel. Sie würde Investitionen in den Netzausbau steigern, wenn die Regulierung weg fällt. Da liegt es Nahe dies zu machen, so Seehofer. Bei der Regulierung geht es meist darum der Konkurrenz ohne eigenes DSL-Netz den Zugang gegen von Behörden festgesetzte Entgelte bereitzustellen, damit diese eigene Tarife verkaufen dürfen. Mit mehr Handlungsfreiheit würde die Telekom den Universaldienst ermöglichen. Staatlich soll es Investitionshilfen geben. Wie hoch? Vier Milliarden Euro sollen in 4 Jahren zusätzlich investiert werden, damit jeder Haushalt in Bayern mindestens einen 50 Mbit/s schnellen Internetanschluss hat.

VATM, Breko und Buglas gegen das Konzept

Telekoms Konkurrenz hat sich in den Verbänden VATM, Breko und Buglas zusammengeschlossen und ist strikt gegen Seehofers Konzept. Alle Wettbewerber (Vodafone, Telefónica Deutschland und Versatel sind bereits seit 2011 gegen den Universaldienst) sind gegen die Abschaffung der Regulierung. Denn dann könnte die Telekom den Preis für das letzte Stück Leitung, welches zum Hausanschluss führt, beliebig hoch ansetzen. Des Weiteren sollen die Telekommunikationsunternehmen mit einer gesetzlich festgelegten Abgabe den Breitbanduniversaldienst finanzieren. Am Ende trifft es aber die Kunden bei denen die Abgabe etwa 16 Prozent der Rechnung ausmachen würde. In den USA ist das so ähnlich. Kunden zahlen dort etwa doppelt so hohe Preise für Internet und Telefonie – das bei oft schlechterer Qualität und gedrosseltem Datenvolumen, so Grützner (VATM-Geschäftsführer).

Für die Telekom rentiert sich ein flächendeckender Ausbau in Deutschland außerhalb von Großstädten nur auf sehr lange Sicht. Daher ist dies für das börsennotierte Unternehmen unattraktiv. Mit einer Deregulierung würde der Glasfaserausbau in unterversorgten Regionen nur behindert werden, so Stephan Albers (Breko-Geschäftsführer).

Autor Konstantin

Autor des Beitrags: Konstantin Matern

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Seitdem beschäftigt er sich mit Internetanbietern, Tarifen und allem rund um IT. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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