Studie: Bereits Dreiviertel aller EU-Haushalte am Breitbandnetz angebunden

25. Oktober, 2017 | 08:59 Uhr |

Im Juni 2016 verfügten bereits drei Viertel (75,9 Prozent) aller EU-Haushalte über einen Breitband-Internetzugang. Das hat eine von der EU-Kommission im September 2017 vorgelegte Studie aufgezeigt. Erhoben wurde sie in 31 Ländern von der Beratungsfirma IHS Markit sowie dem Marktforschungsinstitut Point Topic. Die Studie wurde in allen 28 EU-Ländern sowie Norwegen, Island und der Schweiz durchgeführt.

Breitbandverfügbarkeit - Deutschland und Europa 2016 im Vergleich

Breitbandverfügbarkeit – Deutschland und Europa 2016 im Vergleich (Quelle: IHS Markit, Point Topic)

Ziel der EU-Kommission ist es laut ihrer eigenen digitalen Agenda, bis 2020 alle Haushalte in der EU mit Anschluss-Geschwindigkeiten von mindestens 30 MBit/s zu versorgen. Angesichts der positiven realisierten Zahlen wurde die Erwartungshaltung jüngst sogar schon weiter nach oben korrigiert. Bis 2025 hat es sich die EU-Kommission zum Ziel gesetzt, jeden Haushalt innerhalb der Europäischen Union mit einem Internetanschluss auszustatten, der Geschwindigkeiten von 100 MBit/s zulässt und auf Wunsch sogar auf Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s aufstockbar ist.

Portugal überflügelt die baltischen Staaten

Die Top 3 der EU-Länder hinsichtlich der Breitband-Versorgung von Haushalten sind

  1. Portugal (86,1 Prozent)
  2. Lettland (85,2 Prozent) und
  3. Litauen (81,4 Prozent)

Schlusslichter der Skala sind

  1. Belgien (0,4 Prozent)
  2. Griechenland (0,6 Prozent) und
  3. Großbritannien (1,8 Prozent)

Diskrepanz zwischen Stadt und Land schrumpft zusammen

Trotz der generell positiven Entwicklung gibt es starke Diskrepanzen zwischen ländlichen und städtischen Regionen. So sind auf dem Land bislang nur 39,2 Prozent aller Haushalte mit mindestens 30 MBit/s schnellem Internet versorgt. Dies mag zunächst schwach klingen, doch sind es starke 9,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr, sodass sich die Lücke zwischen Stadt und Land hinsichtlich der Datenübertragungsgeschwindigkeit über die Zeit hinweg immer weiter schließt. Treiber dieser Entwicklung ist der Ausbau von VDSL, einer auf Kupferkabel basierenden Anschlusstechnik, die knapp die Hälfte aller europäischen Haushalte mit schnellem Internet versorgt.

Fast alle Haushalte können aufs LTE-Netzwerk zugreifen

Hinsichtlich der mobilen Datennetzwerke konnte die EU-Kommission ebenfalls rosige Zahlen vermelden: Schon 96% aller EU-Haushalte haben Zugriff zu mobilem Internet mit LTE-Geschwindigkeit. Die vierte Mobilfunkgeneration hat sich damit erfolgreich flächendeckend durchgesetzt.

Deutschland hält Schritt: LTE und Breitband weit verbreitet

Breitbandverfügbarkeit in Deutschland 2016 nach Technologie

Breitbandverfügbarkeit in Deutschland 2016 nach Technologie (Statistik: Report der Europäischen Kommission, IHS Markit, Point Topic)

In Deutschland verfügen knapp 24 Millionen Haushalte über einen VDSL-Anschluss, knapp 40 Millionen Haushalte einen einfachen DSL-Zugang. Circa 39 Millionen Haushalte verfügten über Zugang zum mobilen Datennetzwerk LTE. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2018 jedem Haushalt einen Anschluss mit mindestens 50 MBit/s garantieren zu können.

Weiterführende Quellen:

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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