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Störung im Homeoffice: Was kann ich als Arbeitnehmer tun, wenn kein Internet geht?

von Konstantin Matern
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In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Störungen bei den Internetprovidern. In Hamburg etwa konnten 2.400 Vodafone-Kunden keine Internetverbindung aufbauen, da ein Faserbruch zu einer großflächigen Störung führte. Doch was können Arbeitnehmer tun, die im Homeoffice arbeiten? Wie verhält man sich in solchen Fällen richtig?

Während der Coronavirus-Pandemie haben viele Menschen in Deutschland den Vorteil vom Homeoffice kennengelernt. Arbeiten am Küchentisch oder im Wohnzimmer hat viele Vorzüge: Pakete können jederzeit angenommen werden und auch der Alltag lässt sich besser organisieren. Stressig wird es aber, wenn das Internet streikt oder das WLAN ausfällt. Bei einer Störung kommt es häufig zum Arbeitsausfall, der zuerst für dich als Arbeitnehmer stressig wird und der Arbeitsstillstand ein Problem für den Arbeitgeber werden kann.

In größeren Betrieben regeln häufig Betriebsvereinbarungen, wie Arbeitnehmer im Homeoffice sich einzurichten zu haben und auch wie der Umgang bei einer Internetstörung ist. Grundsätzlich solltest du deinen Arbeitgeber unverzüglich darüber informieren, wenn du wegen einer technischen Störung nicht weiter arbeiten kannst. Doch welche Rechten und Pflichten haben Arbeitnehmer noch?

Schritt für Schritt: Was tun bei bei einer Störung im Homeoffice?

Folgender Ablauf hilft dir dabei bei einem technischen Problem im Homeoffice optimal zu reagieren.

  1. Versuche zunächst auf eigene Faust das Problem zu lösen. Unser Ratgeber “Kein Internet – was tun?” hilft dir Schritt für Schritt dabei den Fehler einzugrenzen.
  2. Versuche über deinen Internetprovider herauszufinden, ob es gerade in deinem Gebiet eine großflächige Störung oder an deinem Anschluss ein Problem vorliegt. Unsere Webseite hilft dir ebenfalls dabei, da du über die Deutschland-Karte zu deinem Wohnort navigieren und dort checken kannst, ob regional andere Kunden Störungen gemeldet haben.
  3. Geht das Internet nach 10 Minuten immer noch nicht, solltest du deinen Arbeitgeber über die Störung informieren.
  4. Einfache Arbeiten, wie das Checken von E-Mails, kannst du eventuell über dein Smartphone (und damit das Mobilfunknetz) erledigen.
  5. Für vorübergehende Störungen kannst du dein Smartphone auch als WLAN-Hotspot einrichten. Dann surfst du mit dem Firmen-Laptop über das Mobilfunknetz weiter. Wie das funktioniert, haben wir in unserem Ratgeber “Handy als Router: WLAN-Hotspot auf dem Smartphone einrichten” beschrieben.  Aber Vorsicht:  Dein monatliches mobiles Datenvolumen kann schnell aufgebraucht werden.
  6. Es ist möglich, dass nur dein Anschluss betroffen ist. Freundliche Nachbarn helfen gerne aus. Frage daher bei deinem Nachbarn, ob du das WLAN vorübergehend mitbenutzen kannst. Das WLAN-Gastnetzwerk ist hierfür perfekt geeignet. Sollte das Signal aus der Nachbarwohnung zu schwach sein, kann ein WLAN-Repeater helfen.
  7. Im Notfall kannst du auch auf öffentliche Hotspots in der Gegend zurückgreifen. Achte aber auf sensible Firmendaten. Die gilt es immer zu schützen. Zum Thema “öffentliches WLAN sicher nutzen” solltest du den Beitrag “WLAN-Hotspot Sicherheit” lesen. Auf jeden Fall solltest du mit dem Chef absprechen, ob du ein ungesichertes WLAN-Netzwerk (z.B. im Café) für deine Arbeit nutzen darfst.
  8. Bei dringenden Fällen kannst du auch auf Coworking-Spaces zurückgreifen. Beachte aber, dass hier stündliche Kosten für den Arbeitsplatz anfallen und geklärt werden sollte, wer diese Kosten trägt.

Kein Internet im Homeoffice: Was darf der Arbeitgeber tun?

Dein Arbeitgeber kann dich grundsätzlich auffordern deine Arbeit im Büro fortzusetzen. Denn der Arbeitgeber hat das Direktionsrecht – er kann also über Zeit und Ort der Arbeit entscheiden. Du müsstest dich also auf den Weg ins Büro machen. Das gilt aber nur, wenn im Büro ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt, welches Corona-konform ist. Dein Arbeitgeber hat schließlich dir gegenüber eine Fürsorgepflicht.

„Nacharbeiten muss man die so verlorene Zeit aber üblicherweise nicht.“Karsten Klug (Fachanwalt für Arbeitsrecht)

Deine Fahrt ins Büro ist übrigens auch bei einer Internetstörung keine Arbeitszeit. Dennoch muss man verlorene Zeit aber üblicherweise nicht Nacharbeiten, wenn im Arbeitsvertrag keine abweichenden Vereinbarungen getroffen wurden. Der Arbeitgeber trägt nämlich das Betriebsrisiko. Das gilt auch für Störungen jeglicher Art: Strom, Server, Internet oder Computerausfälle sind da enthalten.

Wie weise ich einen Internetausfall nach?

Ein Arbeitgeber kann dich auffordern nachzuweisen, dass ein Internetausfall vorliegt oder vorlag. In dem Fall raten Juristen aber zum Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Letztendlich sollte das Vertrauen so groß sein, dass dem Arbeitnehmer geglaubt wird. Im Notfall kann aber der Internetanbieter eine vorliegende Störung bescheinigen.

Das Gehalt kürzen darf dir der Arbeitgeber nicht, wenn du eine vorübergehende Störung im Homeoffice hast. Normalerweise hast du schließlich keine Schuld für eine technische Störung seitens des Internetproviders. Gut für dich: Finanziell solltest du bei einer Störung keine Nachteile haben.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch folgendes Video in dem es darum geht, ob Kunden bei einer Störung einen Anspruch auf Entschädigung gibt.

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Wann muss ich bei einer Störung nicht ins Büro fahren?

Solltest du zu einem besonders gefährdeten Personenkreis gehören und kannst dies mit einem ärztlichen Attest belegen, kann der Arbeitgeber nicht fordern, dass du für die Arbeit ins Büro fährst. Du kannst in dem Fall bei einer Störung verweigern in das Büro zu fahren.

Tipp für die Zukunft

Wenn du vermeiden willst, dass du in Zukunft bei einer Störung (Strom/Internet) den Weg ins Büro antreten musst, kannst du dir die Homespot-Angebote anschauen. Da es hier auch flexible Tarife gibt, kannst du jederzeit beim Ausfall deiner stationären Internetleitung (Glasfaser, DSL oder Kabel) jederzeit über deinen HomespotRouter weiterhin deiner Arbeit nachgehen. Oft ist der Monatstarif (ca. 30 €) günstiger als der Weg zum Büro und zurück. Da der Tarif flexibel ist, zahlst du auch nur in dem Monat der Nutzung und kannst weiterhin im Homeoffice bleiben.

Wer ist für die Ausstattung des Homeoffice-Arbeitsplatzes zuständig?

Für die Ausstattung deines Arbeitsplatzes ist der Arbeitgeber zuständig. Das gilt auch im Homeoffice. Dazu gehört die Sicherstellung arbeitsmedizinischer Standards. Aber auch die Internetleitung muss theoretisch der Arbeitgeber bereitstellen. In der Praxis wird dies kaum zutreffen. Die meisten Arbeitnehmer arbeiten freiwillig und gerne Zuhause. Oft steht dem Arbeitnehmer im Büro auch ein voll ausgestatteter Arbeitsplatz zur Verfügung.

Weiterführende Literatur & Weblinks

  • [1] https://www.mopo.de/hamburg/internet-stoerung-im-homeoffice-so-verhalten-sich-arbeitnehmer-richtig-37780602
  • [2] https://www.anwalt.de/rechtstipps/5-tipps-zu-home-office-regelungen_170738.html

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