Regierung will in Baden-Württemberg digitale Lücken schließen

In Baden-Württemberg surfen immer noch fast ein Drittel der Nutzer ohne Turbo-Internet. Trotz des recht guten Ergebnisses beim Vergleich des Breitbandausbaus, ist bei vielen Bürgern das Internet nicht schnell genug. Die grün-rote Landesregierung will daher die digitalen Lücken schließen.

Ulm an der Donau (Schnelles Internet)

Ulm an der Donau – 95 Prozent aller Haushalte haben hier die Chance auf mindestens 50 Mbit/s (Foto: #80168966 – Ulm an der Donau – Panorama© Manuel Schönfeld – Fotolia.com)

Bereits jetzt ist Baden-Württemberg an der Spitze, wenn es um Turbo-Internet geht, so der Grünen-Agrarminister Alexander Bonde. Auf der Auftaktveranstaltung am 31. März in Ulm diskutierten Politiker über den Breitbandausbau im Südwesten Deutschlands. Dabei ist die Tendenz positiv: Mehr als drei Viertel aller Landkreise in Baden-Württemberg nehmen an der Breitbandplanung teil. Dadurch konnte die Zahl der weißen Flecke von 700 auf 200 reduziert werden. Es gibt aber noch genug zu tun.

Städte mit schnellem Internet in Baden-Württemberg

Städte mit schnellem Internet in Baden-Württemberg (Foto: #33289643 – Baden-Württemberg Infokarte grün in SVG© Artalis – Fotolia.com)

Im Vortrag von Hartmut Alker (Abteilungsleiter Ländlicher Raum, Landentwicklung, Geoinformation) wurden einige Fakten genannt. So verfügen bereits 99 Prozent aller Haushalte über einen Internetanschluss mit mindestens 1 Mbit/s. Mit VDSL-Geschwindigkeit von 50 Mbit/s surfen immerhin 68 Prozent. Laut Zukunft-Breitband.de ist der Ausbau besonders im Bereich rund um Ulm und Stuttgart gelungen: hier sollen mehr als 95 Prozent mit mindestens 50 Mbit/s versorgt sein. Dabei hat sich das Land kräftig mit Förderungen am Breitbandausbau beteiligt. Seit 2008 seien 980 Projekte mit 67,7 Mio. Euro gefördert worden. Für 2015 werden sogar 31,7 Mio. Euro veranschlagt. Technisch gesehen werden derzeit die meisten Anschlüssen immer noch auf Kupfertechnik basierend hergestellt. Laut Alker kann das so nicht weiter gehen, weil Echtzeitanwendungen höhere Qualitätsanforderungen haben und der Bedarf an symmetrischen Verbindungen weiter steigt. Es müssen glasfaserbasierte Netze her.

Bis 2012 wurden in Baden-Württemberg größtenteils Projekte gefördert, um eine Grundversorgung mit 1 MBit/s herzustellen. Es wurden Netze der nächsten Generation (NGA-Netze) geschaffen, die mehr als 25 Mbit/s (asymmetrisch/symmetrisch) ermöglichen. Ab 2012 geht es mehr darum Kommunale Netze zu fördern. In Ihnen sollen Hochgeschwindigkeitsnetze geschaffen werden. In einem Schaubild zeigt Herr Alker wie so ein Hochgeschwindigkeitsnetz im privaten/gewerblichen Bereich aussieht.

FTTC-Netz / Hochgeschwindigkeitsnetz

FTTC-Netz / Hochgeschwindigkeitsnetz (Bild: Präsentation „Breitbandförderung in Baden-Württemberg“ von Hartmut Alker, Abteilungsleiter der Abteilung Ländlicher Raum, Landentwicklung, Geoinformation)

Die neue Förderrichtlinie des Landes sieht vor die Aufgreifschwelle anzuheben. So sollen Internetanschlüsse mindestens 50 Mbit/s bereitgestellt werden können. Gefördert wird dabei ausschließlich die kommunale Infrastruktur. Interessant dürfte auch die Anschubfinanzierung sein. So können Kommunen an Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom eine Zuwendung von 150.000 € netto je Einzelvorhaben oder bis zu 250.000 € bei interkommunalen Vorhaben zahlen. Des Weiteren gibt es eine Förderung als Zuschuss in Höhe von 50% (maximal aber 75.000 bzw. 125.000 €). Alexander Bonde (Baden-Württembergs Minister für den Ländlichen Raum; Grüne) betonte in der Diskussion auch die Notwendigkeit von Finanzierungen, die vom Bund aus gehen. Die digitale Agenda der Bundesregierung sieht schnelles Internet mit 50 Mbit/s bis 2018 vor. Damit diese flächendeckende Versorgung erreicht wird, muss das Land jetzt Gas geben.

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2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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