WiFi-Verbesserung

Netgear Orbi: WLAN vergrößern ohne Bandbreitenverlust

Netgear will mit der neuen Orbi-Lösung das WLAN in großen Wohnungen und Häusern verbessern. Den Nachteil der Bandbreitenhalbierung will der Hersteller mit einem dedizierten und drahtlosen AP-zu-AP-Kanal vermeiden. Grundsätzlich soll Orbi drei Probleme beseitigen: WLAN ist oft nicht da verfügbar wo es sein soll, die vorhandenen WLAN-Verstärker sehen vom Design her nicht ansprechend aus und zuletzt ist die WLAN-Einrichtung nicht einfach. Doch was verbirgt sich genau hinter Netgear Orbi und wie sind erste Erfahrungen der Kunden? DSLregional klärt auf.

Orbi: Basisstation und Satellit mit Triband-WiFi

Orbi: Basisstation und Satellit mit Triband-WiFi

Was ist Orbi und warum soll die Lösung von Orbi eine WLAN-Revolution sein? Bisher gab es für Privatanwender zwei Möglichkeiten die WLAN-Reichweite im Haushalt zu vergrößern bzw. die Signalstärke zu erhöhen.

  1. WLAN Repeater-Modus: Signale werden vom 2. Access-Point empfangen und vom aktuellen Standort aus erneut weitergegeben. Dafür müssen sich die WLAN-Signale bzw. Signalfelder um mindestens 50% überlappen. Dafür muss hier keine Netzwerkverbindung vorhanden sein. Gerade wenn es die baulichen Gegebenheiten nicht ermöglichen Kabel zu verlegen, war das bislang eine weitverbreitete Lösung. Leider hat sich die Bandbreite der WLAN-Clients hierbei halbiert.
  2. WLAN Access-Point-Modus: Im Access-Point-Modus wird der Hauptrouter per Cat6/7-Kabel mit einem entfernten WLAN-Access-Point  verbunden. Dadurch wird die Bandbreite nicht halbiert und auch die Reichweite ist größer. Allerdings muss für diese Lösung wie bereits geschrieben eine Netzwerkkabelverbindung vorhanden sein.
WLAN-Router verbinden - Access-Point-Modus

WLAN-Router verbinden – Access-Point-Modus

WLAN-Router verbinden im Repeater-Modus

WLAN-Router verbinden im Repeater-Modus

Woraus besteht Netgear Orbi?

Das derzeit erhältliche Orbi-System besteht aus einer Basisstation und einem Satelliten. Über einen Funkkanal verbinden sich beide Geräte, die sich optisch sehen lassen können, zu einem sogenannten Mesh. Dabei spielt Orbi vor allem den Vorteil aus, dass im Gegensatz zu anderen Repeater-Lösungen keine Tempo-Einbrüche zu befürchten sind. Denn Orbi verspricht die volle Bandbreite überall zur Verfügung zu stellen und das WLAN vergrößern Kunden damit ebenfalls enorm.

Netgear Orbi: WLAN verbessern

Netgear Orbi: WLAN verbessern mit diesen zwei Geräten – wie es genau funktioniert ist weiter unten beschrieben

Sobald mehrere Access-Points vorhanden sind, fragt sich der Nutzer wie der Übergang zwischen den Funknetzen aussieht. In Fall von Orbi unterstützt das System WLAN-Roaming. Wechselt ein WLAN-Client zum anderen Satelliten oder zur Basisstation, so geschieht dies unterbrechungsfrei. Selbst Videostreams sollen sich ohne Verbindungsunterbrechung fortsetzen lassen.

Was kostet Orbi und wo gibt es das günstig?

Zum Start brauchen Sie mindestens ein 2er-Kit bestehend aus Orbi Router und Satellit. Beide im Set sind für 449 Euro erhältlich. Für den zugegeben stolzen Preis erhalten Sie ein besseres WLAN überall im Haus.

Im Lieferumfang sind neben Router und Satellit auch ein Ethernet-Kabel, 2 Netzteile und eine Schnellstartanleitung.

Wie funktioniert Netgear Orbi?

Wie auch im Repeater-Modus besteht Orbi aus einem WLAN-Router und einem reinen Access-Point. Normalerweise muss sich der Repeater um den Empfang und die Weiterleitung der Daten an den Client kümmern – alles auf nur einem Kanal. Doch wie schafft es Netgear, dass es zu keiner Bandbreitenhalbierung kommt? Beim Orbi-System wird eine Tri-Band Lösung genutzt. Daher kann zwischen AP-Router (Orbi Basisstation) und dem entfernt stehenden AP (Orbi Satellit) eine dedizierte 5 GHz-Funkverbindung aufgebaut werden. Diese dient lediglich der Kommunikation zwischen den Access-Points und wird nicht mit Datenverkehr von oder zu den Clients belastet.

Orbi: Basisstation und Satellit mit Triband-WiFi

Orbi: Basisstation und Satellit mit Triband-WiFi

Jeweils eine weitere Funkeinheit nutzen das 2,4 Ghz- und 5 GHz-Band zu den WLAN-Clients. Zwar nennt Netgear nicht genau, dass zwischen beiden AP tatsächlich im 5 GHz-Band gefunkt wird, allerdings ist davon auszugehen, da sonst die Übertragungsgeschwindigkeiten von 802.11ac nicht möglich wären. Dabei erreicht die schnellste 802.11ac-WLAN-Verbindung zwischen den einzelnen Access-Points insgesamt 1.733 Mbit/s (4 Antennen – 4×433 Mbit/s).

Für mit dem WLAN verbundene Geräte bleiben zwei Antennen. Dabei nutzen ältere WLAN-Clients den Standard 802.11n und erreichen maximal bis zu 400 Mbit/s im 2,4 GHz-Frequenzspektrum. Neuere WLAN-Geräte nutzen 802.11ac und schaffen sogar bis zu 866 Mbit/s (5 GHz Frequenzspektrum).

Ist Netgear Orbi besser als eine normale WLAN-Repeater-Lösung?

Fritz WLAN-Repeater 1750E

Fritz WLAN-Repeater 1750E als günstigere Alternative

Drei WLANs müssen besser sein oder nicht? Im Vergleich zu Billig-Repeatern ist Netgear Orbi deutlich überlegen. Denn diese Geräte haben meist nur ein WLAN, welches sie sich für den Austausch mit Endgeräten und unter den Access-Points haben. Folglich halbiert sich bei den Billig-Repeatern die WLAN-Bandbreite. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, bekommt aber schon einen besseren Fritz!WLAN Repeater 1750E von AVM, der DUAL-WLAN (AC + N) daher kommt. Daher kann auch der AVM Repeater 1750E zumindest zwei WLAN-Verbindungen nutzen: Eine für die Kommunikation zwischen mit Endgeräten und eine für den WLAN-Router. Nachteil ist allerdings hierbei, dass eines der Geräte den älteren N-Standard nutzt und damit die Geschwindigkeitsobergrenze setzt.

Einrichtung von Netgear Orbi

Netgear verspricht eine einfache Einrichtung. So lässt sich Orbi von einem mobilen Gerät aus konfigurieren. Denn auch heute schrecken viele Anwender vor der WLAN-Einrichtung zurück. Dabei ist es dank guter Anleitung nicht mehr allzu schwer ein WLAN sicher einzurichten. Für die Aufstellung an einem geeigneten Standort helfen farbige Leuchtdioden auf der Oberseite der Satelliten. Blau steht dabei für maximales Tempo, gelb steht für eine eingeschränkte Verbindung und rot sollte der Standort näher am Orbi Basisgerät gewählt werden. Basisstation und Orbi Satelliten nutzen alle den gleichen WLAN-Namen (SSID). Als Anwender müssen Sie daher an Ihrem WLAN-Geräten keine separaten WLAN-Netzwerke anlegen. Ein Wechsel zwischen den WLAN-Zugängen erfolgt bei Netgears Orbi – je nach Empfang – automatisch.

Netgear Orbi Schnittstellen

Netgear Orbi Schnittstellen

Auf der Rückseite jedes Orbi Satelliten sind 4 Netzwerkbuchsen für kabelgebundene Clients und ein USB-Port (2.0). Die Orbi Basisstation hat neben 3 LAN-Ports (Gigabit) einen weiteren Anschluss für die Verbindung zum Internetmodem. Ein integriertes DSL-Modem hat Orbi nicht – daher müssen Käufer damit rechnen ein externes Modem zu kaufen oder zumindest einzurichten. Per Default sind übrigens im 2er-Kit die Basisstation und der Orbi Satellit gepaart. Allerdings lassen sie sich auch über die beiden Tasten “Sync” auf der Rückseite paaren.

Vorteile von Orbi

  • Tri-Band-WLAN: Dadurch keine Bandbreitenreduzierung
  • Bis zu 350 m² WLAN-Abdeckung beim 2er-Kit
  • einfach erweiterbar mit weiteren Orbi Satelliten
  • schlichtes / modernes Design

Nachteile von Orbi

  • hoher Preis für WLAN-Erweiterung
  • kein integriertes Modem
  • Fehlende Unterstützung für Telefone (auch DECT)

Fazit: Netgear Orbi brauchbar, aber teuer

Mit dem Orbi-System scheint Netgear genau die WLAN-Probleme im privaten Haushalt beseitigen zu wollen. Da wo Stahl und dicke Wände den WLAN-Empfang senken und dem Anwender Frust verschaffen, kann Orbi mit der Mesh-Technologie und Tri-Band-WLAN das Signal überall verbessern. Einzige Makel sind unserer Meinung nach das fehlende integrierte Modem und der hohe Preis. Ferner gibt es keine Anschlussmöglichkeiten für Telefone. Positiv fällt aber beim Orbi das Design auf. Hierbei hat sich Netgear scheinbar an Apple und Sonos orientiert. Denn die Geräte sind schlicht, weiß und erinnern an Lampen oder Design-Objekte. Unserer Meinung nach könnte man sie ruhigen Gewissens auch in’s Wohnzimmer sichtbar stellen. Haushalte, die ihr WLAN richtig verbessern möchten und dabei etwas tiefer in die Tasche greifen können erhalten für 449 Euro (Stand Dezember 2016) eine bessere WLAN-Reichweite.

Was kritisieren Kunden? Wir wollen eine kurze Zusammenfassung geben, welche Kritikpunkte Käufer von Orbi aufführen:

  • Das Webinterface könnte moderner, intuitiver und schneller sein.
  • Stromverbrauch liegt bei 6 bis 10 Watt
  • Großes, klobig wirkendes Netzteil (nicht integriert)
  • Satellit und Router leuchten blau (auch Nachts)
  • Hoher Preis

Weiterführende Informationen:

[Bildquellen: Fotos stammen von Amazon/Netgear/AVM]

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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