ISDN

DSL-Kunden sollen bei Vodafone ins Kabelnetz wechseln

10. Mai, 2016 | 12:47 Uhr |

In Briefen schreibt Vodafone seine DSL-Kunden mit ISDN an und versucht dadurch zu einem Wechsel auf die TV-Kabel-Infrastruktur zu bewegen. Dabei hat das Unternehmen erst letztes Jahr ein ISDN-Versprechen gegeben. Gilt dieses nicht mehr?

Internetanschluss trennen

Internetanschluss trennen (Foto: #103274120 © salita2010 – Fotolia.com)

„Ihren bisherigen DSL-Tarif wird es in der jetzigen Form nicht mehr geben. Daher behalten wir uns vor, Ihren Vertrag zum Ende der Vertragslaufzeit ordentlich zu kündigen.“ – so heißt es in etlichen Schreiben, die DSL-Kunden von Vodafone erhalten. Wechselwillige erhalten eine 60-Euro-Gutschrift angeboten. Warum will Vodafone Kunden zum Wechsel bewegen? Bei DSL-Anschlüssen muss Vodafone Zahlungen an die Deutsche Telekom tätigen. Beim TV-Kabel-Netz sind die Zahlungen nicht nötig, weil es seit der Übernahme von Kabel Deutschland zu Vodafone gehört.

Laut Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck erhalten nur (Privat-)Kunden in Kabelgebieten das Angebot zum Wechsel. Die ISDN-Zusage bis 2022 soll weiterhin erhalten bleiben. Im August 2015 versprach der Netzbetreiber bis zum Jahr 2022 die ISDN-Technik weiterhin anzubieten. Dagegen stellt die Telekom alle Telefonanschlüsse auf All-IP-Technik noch bis 2018 um. Kunden bei der Telekom, die weiterhin die Vorteile von ISDN nutzen wollen, können in den nächsten Jahren weiterhin als Neukunden bei Vodafone einen Vertrag abschließen. Es wird wohl darauf spekuliert Telekom-Kunden mit ISDN-Anschluss abzugreifen.

Bei dem Schreiben von Vodafone, welches Heise vorliegt, könnte man meinen, dass Vodafone lediglich ein Angebot unterbreitet, welches ohne Konsequenzen als Werbung verstanden werden kann. Problematisch kann es jedoch werden, weil sich der Anbieter im Schreiben vorbehält den Vertrag ordentlich zum Ende der Laufzeit zu kündigen. Das spricht dafür, dass Vodafone seine Kunden drängt einen Vertrag über IP oder Kabel-TV-Netz noch weit vor dem Jahr 2022 abzuschließen.

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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