VDSL-Vectoring

Huawei stellt SuperVectoring mit 400 Mbit/s vor

Die Deutsche Telekom stattet aktuell großflächig das eigene Netz mit VDSL-Vectoring mit bis zu 100 Mbit/s aus. Währenddessen zeigt Netzwerkausrüster Huawei, dass es deutlich schneller geht. Bis zu 400 Mbit/s konnte das chinesische Unternehmen in einem Labor nachweisen. Die Idee ist simple – die technische Umsetzung dafür umso anspruchsvoller.

Huawei VDSL-Vectoring

Huawei VDSL-Vectoring: Hier hatte Huawei bereits April 2014 mehr als 700.000 Privathaushalte und Geschäftskunden auf 100 Mbit/s Vectoring beschleunigt. (Bild: Huawei)

Speed-Vergleich

Wie viel schneller ist eine 400 Mbit/s-Leitung? Derzeit können Kunden bei der Telekom in ausgewählten Gebieten VDSL 100 buchen. Der Download von 500 MB dauert damit 40 Sekunden. Bei SuperVectoring wäre der Download nach nur 10 Sekunden abgeschlossen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Web-/FTP-Server derart schnelle Downloads überhaupt ermöglicht.

In Labortests konnte der chinesische Netzwerkausrüster bereits die selbstentwickelte Super-Vectoring-Variante erfolgreich testen. Auf einer 300 Meter langen Kupferleitung wurden Daten mit bis zu 400 Mbit/s übertragen. Nach über 1.000 Metern sollen es noch etwa 100 Mbit/s sein. Zum Vergleich: Die von der Telekom derzeit eingeführte VDSL-Technik schafft maximal bis zu 500 Meter. Huawei nennt die Technik SuperVetor. SuperVector ist sogar mit der VDSL2-Technologie kompatibel.

Die Deutsche Telekom ist unter Druck. Wie wir zuletzt berichteten, stellt Kabel Deutschland derzeit 1,1 Mio. Anschlüsse auf 200 Mbit/s um. Damit erreichen Kunden des Kabel-TV-Anbieter doppelt so schnelle Dowloads wie bei der Deutschen Telekom möglich sind. Vorteil beim Kabel-Internetanbieter: Statt das Netz ständig zu modernisieren, werden die schnelleren Download-Speeds mit Software-Updates der IP-Infrastruktur erreicht.

Huaweis SuperVectoring als Übergangslösung?

Die Telekom könnte das Glasfasernetz ausbauen, um die Datenübertragungsrate deutlich anzuheben. Da dies mit hohen Kosten verbunden ist, will das Bonner Unternehmen weiterhin an VDSL-Vectoring festhalten und auch Interesse an den Entwicklungen von Huawei. Bereits im Juni 2014 gab es Gespräche zwischen Telekom und Huawei.

SuperVectoring wäre dennoch lediglich eine kostengünstigere Übergangstechnologie. Langfristig gesehen müsste die Telekom den Glasfaser-Ausbau angehen, um in den Bereich von Gigabit-Internet zu kommen. Fraglich bleibt außerdem weiterhin, ob SuperVectoring bei uns in Deutschland jemals zum Einsatz kommen wird.

Umfrage: Was denken Sie – brauchen Sie VDSL-SuperVectoring mit 400 Mbit/s oder reichen Ihnen auch beispielsweise 100 Mbit/s im Privathaushalt aus?

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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