Google sperrt US-Amerikanerin wegen 12 Cent den Fiber-Internetzugang

15. September, 2017 | 10:15 Uhr |

Eine unbemerkte Steuererhöhung um 12 Cent hatte für eine US-Amerikanerin unangenehme Folgen: Weil sie Google diesen Betrag schuldete, drehte der Internet-Gigant ihr kurzerhand den Zugang zur digitalen Welt ab.

Google Fiber Internetzugang

Google Fiber Internetzugang

Google Fiber: Internet und TV direkt von Google

Die Einwohner der USA können Internet und Fernsehen direkt von Google beziehen. Das Projekt steht seit längerer Zeit in der Kritik, explodierende Kosten beim Ausbau des eigenen Glasfaser-Netzes zwangen das Unternehmen zu radikalen Einschnitten. Im vergangenen Jahr wurden schließlich fast alle Fiber-Mitarbeiter entlassen oder in andere Google-Projekte eingebunden. Auf die eigene TV- und Internet-Vermarktung ist man also in der Zentrale im Silicon Valley alles andere als stolz.

Jahrelange Internet-Flatrate

Google Fiber Ausbau

Google Fiber Ausbau: Status und Ziele (Stand September 2017)

Dabei konnten Fiber-Kunden bislang auf ein attraktives Preismodell zugreifen: Der Internetzugang konnte über mehrere Jahre im Voraus bezahlt werden. Das nutzte auch eine US-Amerikanerin und buchte den Pauschaltarif Fiber Basic. Für einmalig 300 US-Dollar sollte sie sieben Jahre lang eine 5 MBit/s-Leitung nutzen können. Den Tarif nennt Google „Google Fiber Basic“. Dazu kamen noch Steuern in Höhe von 25,08 US-Dollar, die sich aber während des Vertragsabschlusses auf 25,20 US-Dollar erhöhten. Das bemerkte die Dame nicht sofort und schuldete Google fortan 12 Cent. Google meldete sich daraufhin und forderte den restlichen Betrag ein. Zahlungen an Google müssen allerdings mindestens 10 US-Dollar betragen, sodass diese Transaktion scheiterte.

Kurzer Prozess: Google kappt Internetzugang

Google habe nach eigenen Angaben mehrfach versucht, seine Kundin zu erreichen, um den Vorfall zu klären. Eine Kontaktaufnahme sei nicht möglich gewesen, sodass die US-Amerikaerin eines Morgens keinen Zugang zum Internet mehr hatte, ihr Anschluss war gesperrt worden und die Aufregung groß. Der Kontakt zwischen Unternehmen und Kundin erfolgte schließlich also doch und Google entschied sich aus Kulanzgründen auf die ausstehenden Schulden zu verzichten. Zusätzlich habe man die Kundin mit 30 US-Dollar für die Dauer ohne Internetzugang entschädigt.

Google-Fiber Unboxing: So sieht es aus wenn man Googles Internetzugang bestellt

Für alle, die es interessiert: Im folgenden Video könnt ihr sehen, wie der Youtuber jojopetv die Google Fiber Box auspackt und vorstellt.

Kommentar von DSLregional.de:

Das Recht war klar auf der Seite des Unternehmens und Unternehmen stellen bei ausstehenden Schulden generell ihre Leistungen ein. Aufgrund der doch geringen Summe wirkt die Meldung aber schon absurd, immerhin erwirtschaftete der Mutterkonzern Alphabet allein im vergangenen Jahr 90 Milliarden US-Dollar. Immerhin funktionierte die menschliche Einsicht letztendlich und der bürokratische 12-Cent-Fall ist für Kundin und Unternehmen erledigt.

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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