Internet per Drohne

Google-Drohne für Internetzugänge bei Testflug abgestürzt

31. Mai, 2015 | 21:49 Uhr |

Googles Pläne abgelegene Regionen mit Internet aus der Luft zu versorgen scheinen etwas weiter weg gerückt zu sein. Bei einem Testflug in New Mexiko stürzte einer der Prototypen mit einer Spannweite von 50 Metern (vergleichbar mit einer Boeing 767) ab. Ist das Projekt damit gescheitert?

Solar-Drohne

Hier ein Bild einer der Solar-Drohnen (Bild: Titan Aerospace/Google)

Eigentlich sollte die Drohne Solar-50 in Zukunft in entlegene Orte Internetzugänge bringen. Solche Solar-Drohnen sollen deutlich günstiger als Satelliten sein über die ebenfalls der Internetzugang in allen Regionen der Erde möglich ist. Stattdessen stürzte Google Prototyp aber bereits kurz nach dem Start ab. Am 1. Mai startete das unbemannte Flugobjekt im US-Bundestaat bereits und stürzte kurz darauf wieder ab. Erst jetzt wurde der Vorfall publik. Der US-Flugaufsicht FAA sollen insgesamt drei solcher Drohnen angemeldet worden sein.

Solar-Drohne mit 50 Meter Spannweite

Wie schnell ist Internet per Drohne?

Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen, so dass es keine konkreten Werte gibt. Wir schätzen aber, dass die Surfgeschwindigkeit mit der von Internet per Satellit vergleichbar ist. Diese liegt aktuell bei etwa maximal 20 Mbit/s.

Die von Google in die Luft geschickte Drohne ist solarbetrieben. Sie hat eine Spannweite von 50 Metern und soll ohne Zwischenlandung bis zu 5 Jahre in der Luft bleiben. Dabei fliegt sie in einer Höhe von 20 Kilometern und sendet Funksignale. Damit die Drohe auch Nachts weiter fliegen kann, laden die Solarzellen auf den Tragflächen Batterien auf.

Wie kommt Google auf die Idee? Tatsächlich steckt dahinter Titan Aerospace. Das Unternehmen bzw. dessen Ideen kaufte Google im vergangenen Jahr. Titan Aerospace hatte sich auf die Produktion solcher Geräte spezialisiert. Am Unternehmen war auch Facebook interessiert. Das soziale Netzwerk setzt ebenfalls Drohnen ein, um in Zukunft Internetanschlüsse in Regionen anzubieten in denen es keine ausreichende Breitband-Infrastruktur gibt.

Dank riesiger Ballons Internet auf dem Land?

Die Solar-Drohnen sind aber nicht die einzigen Pläne für Internet aus der Luft. Mit Titan Aerospace arbeitet Google auch am „Project Loon“. Dort werden riesige Ballons mit Antennen bestückt und in die Stratosphäre (20 km hoch) geschickt. Von da aus schwebend sollen sie ebenfalls entlegene Regionen mit Internet versorgen. Auch bei diesem Projekt gab es vergangenes Jahr einen Absturz als ein Ballon auf einen Strommast prallte. Trotz des Zwischenfalls zeigt sich Google gegenbüber Bloomberg weiterhin optimistisch, was die Drohnen angeht.

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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