Bundesnetzagentur

DSL-Tempo von Download/Upload muss klar sein

Was das Tempo angeht übertreffen sich die Internetanbieter und Mobilfunkanbieter. Es werden große Versprechungen gemacht, die nicht immer eingehalten werden. Oft heißt es „bis zu 16 Mbit/s“. Um Transparenz zu schaffen, will die Bundesnetzagentur nun die Betreiber dazu verpflichten ihre Zusagen einzuhalten. Auch der Zwangsrouter soll der Vergangenheit angehören.

Internet-Speedtest

Wie schnell ist das Internet? Die Bundesnetzagentur will klare Regelungen (Bild: Fotolia.com /

Für Jochen Homann (Präsident der Bundesnetzagentur) ist es wichtig, dass sich Verbraucher einfach und übersichtlich informieren können. Auf einen Blick sollen diese sehen können welche Download-Rate im Vertrag vereinbart wurde. Beim Telekommunikationsanbieter soll man diese ohne viel Mühe erhalten. Wenn es nach der Bundesnetzagentur geht, sollen Provider einen Speedtest angeben. Das soll entweder ein eigener oder ein einheitlicher, der bundesweit verwendet wird und für alle gilt. Diesen einheitlichen Speedtest (genannt BNetzA-Messtool) will die Bundesnetzagentur stellen.

Die Bundesnetzagentur will aber noch weiter gehen: Anbieter sollen „auf einen Blick“ einen Vergleich zwischen gemessener und vertraglich vereinbarten Surfgeschwindigkeit bereitstellen. Im Online-Kundencenter sollen Verbraucher die gespeicherten Ergebnisse und damit das konkrete DSL-Tempo jederzeit aufrufen können. Für den Kunden heißt das maximale Transparenz. Sie können jederzeit Messungen durchführen und diese dem Anbieter vorlegen, wenn die Datenübertragungsrate zu gering ist. Ferner sollen Verbraucher noch vor Abschluss eine genauere Einschätzung der zu erwartenden Surfgeschwindigkeit erhalten. Internetanbieter müssen neben der allseits bekannten „bis zu“-Bandbreite auch eine Minimalgeschwindigkeit angeben. Bei Nichterreichen soll der Kunde das Recht haben vom Vertrag zurück zu treten.

Erleichterung des Anbieterwechsels

Erleichtert werden soll es Verbrauchern auch zu kündigen. So sollen Internetanbieter auf ihren Rechnungen vermerken wann der Vertrag endet und wie die Kündigungsfrist ist. Damit wird jedem Kunden der Anbieterwechsel erleichtert. Aktuell müssen Kunden sich entweder bei Vertragsschluss notieren, wann eine Kündigung frühstmöglich ist oder aus ihren Unterlagen die Kündigungsfrist und Mindestvertragslaufzeit raussuchen. Oft ist es nötig das Kleingedruckte aus den Anbieter-AGB zu durchforsten. Das ist sehr lästig.

Schluss mit Routerzwang

Bereits im Koalitionsvertrag der großen Koalition ist die Rede der freien Router-Wahl (wir berichteten). Nach den Plänen der Bundesnetzagentur sieht es ähnlich aus: Kunden sollen ihre Router frei wählen können. In einer Transparenz-Verordnung sollen Provider gezwungen werden ihren Kunden Zugangsdaten (Kennung und Passwort) mitzuteilen, so dass Kunden das Router-Modell frei wählen können. Die Umsetzung der Verordnung könnte noch dieses Jahr geschehen. Bis 31. März haben Kunden, Experten und die Internetanbieter selbst Zeit sich um Entwurf der Bundesnetzagentur zu äußern. Anschließend erfolgt die Festlegung einer einheitlichen Verordnung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundestag und entsprechenden Bundesministern.

Geschrieben von

2007 hat Konstantin seine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration bei einem großen Telekommunikationsanbieter abgeschlossen. Er ist Betreiber der Webseite DSLregional.de.

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