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Niek Jan van Damme: Telekom Deutschland-Chef präsentiert Hochrechnungen für flächendeckenden VDSL-Ausbau

Flächendeckender DSL-Ausbau soll Telekom Milliarden kosten

von Konstantin Matern
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In neuen Hochrechnungen hat die Telekom ermittelt wie teuer ein kompletter und flächendeckender Ausbau von DSL-Internet mit 50 Mbit/s ist. Alleine für den flächendeckenden Ausbau veranschlagt der Anbieter rund 10 Milliarden Euro. Selbst dann würden aber nur etwa 90 Prozent der Bevölkerung mit Highspeed-VDSL versorgt sein.

Niek Jan van Damme - Telekom Deutschland-Chef

Niek Jan van Damme: Telekom Deutschland-Chef präsentiert Hochrechnungen für flächendeckenden VDSL-Ausbau (Bild: Telekom)

In einem Interview gegenüber dem Focus hat Telekoms Sprecher der Geschäftsführung, Niek Jan van Damme, bekannt gegeben, dass vom Staat ein Zuschuss in Höhe von 10 Milliarden Euro erforderlich wäre, damit bundesweit 50 Mbit/s für 90 Prozent der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Für die letzten 10 Prozent wären weitere 15 Milliarden Euro nötig.

Aktueller Ausbau-Status:
Nach Angaben der Bundesregierung verfügen derzeit 81,4 Prozent der Haushalte im städtischen Bereich über 50 Mbit/s. Anders auf dem Land: Hier sind es nur 18,8 Prozent. Im Durchschnitt sagt die Statistik, dass etwa 63 Prozent aller Haushalte VDSL haben (können).

Das sind natürlich gewaltige Summen. Angesichts des Ziels aus dem Koalitionsvertrag will die Bundesregierung bis 2018 flächendeckend eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbit/s erreichen. Probleme könnte es geben, weil kein Wettbewerber der Telekom ohne Zuschüsse in ländlichen Gebieten Highspeed-Internetanschlüsse ausbauen will. Ein Konzept für eine staatliche Finanzierung für den Breitbandausbau ist bereits beschlossen und in einer Digitalen Agenda festgehalten. Finanzielle Unterstützung soll es demnach dort geben, wo sich ein wirtschaftlicher Ausbau nicht lohnt.

Telekom schaut auf Kabel-TV-Markt

Laut van Damme schaut sich die Telekom in nächster Zeit kleinere Kabelanbieter wie Tele Columbus und Primacom an. Möglich wäre ein Kauf. Allerdings “muss es passen”, so van Damme. Enttäuscht sein dürften Kunden auf dem Land. Während sie weiterhin mit niedrigem Speed surfen, können sich schon bald vermehrt Kunden in der Stadt über 100 Mbit/s statt 50 Mbit/s freuen. Die Telekom beschleunigt das Netz mit DSL-Vectoring. Bisher müssen Kunden auf dem Land auf LTE via Funk als Ersatz für DSL zurück greifen. Nachteil dieser Technik ist ganz klar: Es erfolgt ab erreichen einer (sehr niedrigen) Grenze eine Drosselung der Highspeed-Bandbreite. Des Weiteren hängt die Surfgeschwindigkeit bei LTE von der Anzahl an Geräten, die in einer Funkzelle derzeit surfen. In der Praxis erreichen Kunden daher oft nur 10 Mbit/s.

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