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Breitband in Niederlausitz: DSL, Kabel und Glasfaser im Vergleich

von Konstantin Matern
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Wie schnell Internetanschlüsse in Niederlausitz sind, zeigt der Breitband-Report. Analysiert wurden die Breitband-Daten der Landkreise. Wie gut sind Haushalte im Süden des Landes Brandenburg über DSL, Kabel und Glasfaser angeschlossen? Wo gibt es Lücken in der digitalen Infrastruktur und welche Möglichkeiten haben Bürger?

Studien zeigen es: Der Westen hat tendenziell besseres und schnelleres Internet als der Osten. Verhältnismäßig sind auch Großstädte besser versorgt als Flächenländer. Doch trifft dies auch auf das im Süden von Brandenburg liegende Niederlausitz zu? Eine Auswertung der Breitband-Daten im September 2020 zeigt wie es um die Breitbandversorgung der Landkreise bestellt ist.

Unser Breitband-Portal hat in der Übersicht zum Breitbandausbau in Brandenburg auch Statistiken zur Internetverfügbarkeit in Landkreisen der Niederlausitz. Die Statistiken zeigen in welchen Regionen die Internetanbieter bereits heute eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur geschaffen haben und wo es großen Nachholbedarf gibt.

Wie gut ist der DSL-Ausbau in Niederlausitz?

Laut einer vzbv-Umfrage wollen zwei Drittel eine flächendeckende Grundversorgung mit mindestens 30 Mbit/s. Befragt wurden dabei Internetnutzer ab 18 Jahren. In Niederlausitz wird diese Geschwindigkeit aber nicht überall erreicht. Folgende Grafik zeigt die regionalen Unterschiede an.

DSL-Verfügbarkeit Niederlausitz

DSL-Verfügbarkeit der Landkreise in Niederlausitz und Cottbus (Stand Dezember 2020)

Auffällig ist, dass die DSL-Verfügbarkeit im Durschnitt im Großstadt-Bereich (Cottbus) deutlich höher ist. Die Internetanbieter (allen voran die Deutsche Telekom) haben die Verteilerkästen mit moderner SuperVectoring-Technik so weit aufgerüstet, dass 69 % aller Haushalte einen Internet-Tarif mit 200 Mbit/s buchen können.

Den schlechtesten DSL-Ausbau hat der Landkreis Spree-Neiße im Durchschnitt. DSL mit 30 Mbit/s erhalten hier „nur“ drei Viertel aller Haushalte (75 %). Besonders viele „weiße Lücken“ gibt es vor allem in Jämlitz-Klein Düben (30 % erhalten mind. 30 Mbit/s), Schmogrow-Fehrow (20 %) und Guben (30 %). Als weiße Flecken werden Regionen bezeichnet, in denen Haushalte Internetzugänge mit weniger als 30 Mbit/s Download-Rate erhalten. Häufig sind es die dünn besiedelten Gebiete auf dem Land.

DSL gilt nach wie vor als am meisten verbreitete Technologie für Internetanschlüsse in Deutschland. Die Datenübertragung erfolgt dabei größten per Glasfaser. Lediglich die letzte Meile vom Verteilerkasten besteht in Deutschland noch aus Kupfertechnik. Über Kupferkabel lassen sich nicht so hohe Datenraten übertragen. Daraus resultiert eine geringere Bandbreite, die in Zeiten von (Video)-Streaming und Home-Office auch im Privathaushalt immer bedeutender wird.

Welche Städte und Gemeinden haben eine hohe Kabel-Verfügbarkeit in Niederlausitz?

Neben dem klassischen DSL hat sich in Deutschland eine zweite Technologie durchgesetzt. Koaxial-Kabel sind ebenfalls gut geeignet, um Privathaushalten schnelles Internet zu verschaffen. Da viele Haushalte bereits von den Kabelnetzbetreibern per Kabelanschluss versorgt sind, ist der technische Aufwand gering. In den meisten Fällen sind die Kabel vorhanden. Beim Kunden müssen der Kabelanbieter lediglich eine neue Multimediadose setzen und die unternehmenseigene Technik aufrüsten. Anschließend stehen je nach Ausbaustand bis zu 1.000 Mbit/s zur Verfügung, was deutlich mehr als über die Telefonleitung (DSL) ist.

Info: Kabelanbieter in Brandenburg und in der Niederlausitz ist Vodafone (ehemals Kabel Deutschland).

Das Problem dabei ist: Nicht alle gemeinden und Städte sind gleichermaßen mit Koaxial-Kabel-Internet versorgt. Es gibt Gemeinden die wirtschaftlich für den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (heute Vodafone) nicht interessant waren. Dort sind die Haushalte nicht mit einem Kabelanschluss ausgestattet worden. Im Report ist aber ersichtlich, dass vor allem folgende Städte und Gemeinden eine hohe Kabel-Verfügbarkeit (>80 %) haben.

Das beste Kabelnetz haben Hohenleipisch (99 %) im Landkreis Elbe-Elster, Eichwalde (81 %) und Zeuthen (81 %) im Landkreis Dahme-Spreewald, Lauchhammer (81 %) und Neupetershain (93 %) im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Fürstenwalde (81 %) und Langewahl (81 %) im Landkreis Oder-Spree, Döbern (80 %), Forst (90 %), Teichland (90 %) und Welzow (92 %) im Landkreis Spree-Neiße.

In den zuvor aufgeführten Regionen ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch einen schnellen Kabel-Internetanschluss zu erhalten. Bürger, die auf DOCSIS 3.1 und damit Gigabit-Internet (1.000 Mbit/s) Wert legen, erhalten dies aber nicht überall. Eine so schnelle Datenübertragung ist nur in etwa der Hälfte aller Gemeinden der Niederlausitz möglich. Folgende Tabelle zeigt, wo Bürger in der Niederlausitz Gigabit-Internet über das TV-Kabel bestellen können.

Gemeinde / Stadt Landkreis Verfügbarkeit von Gigabit-Internet über TV-Kabel für Haushalte in Prozent
Heideland Elbe-Elster 31 %
Bestensee Dahme-Spreewald 44 %
Eichwalde Dahme-Spreewald 81 %
Königs Wusterhausen Dahme-Spreewald 32 %
Mittenwalde Dahme-Spreewald 37 %
Schönefeld Dahme-Spreewald 38 %
Schwerin Dahme-Spreewald 63 %
Teupitz Dahme-Spreewald 32 %
Wildau Dahme-Spreewald 27 %
Zeuthen Dahme-Spreewald 81 %
Altdöbern Oberspreewald-Lausitz 1 %
Schöneiche Oder-Spree 51 %
Woltersdorf Oder-Spree 1 %
Felixsee Spree-Neiße 1 %
Kolkwitz Spree-Neiße 29 %
Teichland Spree-Neiße 60 %
Spremberg Spree-Neiße 62 %
Peitz Spree-Neiße 34 %

Glasfaser-Verfügbarkeit: Viele Gemeinden sind Vorreiter in der Niederlausitz

Die Zukunft der Breitbandzugänge sieht vor allem Glasfaser vor. Damit wird der Zugang zum Internet in höchsten Geschwindigkeitsdimensionen ermöglicht. Derzeit haben die Glasfaseranbieter, wie die Deutsche Telekom, Vodafone, 1&1 und Deutsche Glasfaser schon heute Tarife mit 1.000 Mbit/s Downstream.

Die langen Fasern, die aus geschmolzenem Glas zu dünnen Fäden gezogen wurden, sind aber nicht überall verfügbar. So gibt es nach wie vor Kommunen ohne Glasfaser-Infrastruktur bis zu den Gebäuden (FTTB) oder Haushalten (FTTH). Eine Analyse der Breitband-Daten zeigt, dass in der Niederlausitz aber auch elf Gemeinden vorhanden sind, die jeweils mindestens 20 % der dort lebenden Haushalte und Bürger mit den schnellen Zugängen versorgen können. Die folgende Grafik zeigt, wo es bereits erste Haushalte mit Glasfaser-Internet in der Niederlausitz gibt.

Glasfaser Verfügbarkeit Niederlausitz

Gemeinden mit hoher Glasfaser-Verfügbarkeit in Niederlausitz (Stand Dezember 2020)

Besonders viele Haushalte haben in Frauendorf und Finsterwalde einen der modernen Glasfaserzugänge. Hier profitieren mehr als zwei Drittel der Haushalte von hohen Übertragungsraten der Glasfaser-Zugänge.

Städte mit schlechtem Breitband-Ausbau und gutem mobilen Netz

Problematisch wird es für Bürger der Niederlausitz, wenn weder Kabel-Internet, DSL, noch Glasfaser-Internet verfügbar sind. Häufig haben diese Haushalte veraltete auf Kupfer basierende Technik, die Internet mit nur 6 Mbit/s ermöglicht. In Zeiten von Smart Home, Musik-Streaming und Videokonferenzen ist das zu wenig.

Wenn über den stationären Breitbandanschluss keine ausreichend schnelle Übertragungsrate möglich ist, behelfen sich die Provider mit der Mobilfunktechnologie. UMTS, LTE und neuerdings 5G stellen besonders da als Alternativen dar, wo die Standard-Techniken DSL, Kabel-Internet und Glasfaser an ihre Grenzen stoßen bzw. einfach nicht verfügbar sind.

Eine Analyse zeigt, dass vor allem in folgenden Gemeinden Bürger auf mobiles Internet zurückgreifen müssen:

Landkreis Elbe-Elster:

  • Fichtwald (28 % DSL-Verfügbarkeit, 0 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Hohenbucko (28 % DSL-Verfügbarkeit, 0 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Kremitzaue (31 % DSL-Verfügbarkeit, 1 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Plessa (28 % DSL-Verfügbarkeit, 0 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Schilda (1 % DSL-Verfügbarkeit, 0 % Kabel-Verfügbarkeit)

Landkreis Oberspreewald-Lausitz

  • Bronkow (30 % DSL-Verfügbarkeit, 4 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Luckaitztal (25 % DSL-Verfügbarkeit, 1 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Neu-Seeland (31 % DSL-Verfügbarkeit, 1 % Kabel-Verfügbarkeit)

Landkreis Oder-Spree

  • Rauen (35 % DSL-Verfügbarkeit, 4 % Kabel-Verfügbarkeit)

Landkreis Spree-Neiße

  • Jämlitz-Klein Düben (33 % DSL-Verfügbarkeit, 1 % Kabel-Verfügbarkeit)
  • Schmogrow-Fehrow (20 % DSL-Verfügbarkeit, 0 % Kabel-Verfügbarkeit)

In den zuvor genannten Regionen ist die Breitbandverfügbarkeit so schlecht wie in keinen anderen Städten der Niederlausitz. Hier sind Politik und Internetbetreiber gefragt. Für Unternehmen und die Wirtschaft sind zukunftsfähige Internetanschlüsse ein wichtiger Standortfaktor.

Richtig hart wird es für Bürger aber, wenn sowohl stationäre Internetanschlüsse als auch mobiles Internet schlecht ausgebaut sind. Denn auch das gibt es: Gemeinden mit wenigen und schlecht ausgebauten Mobilfunkmasten, wie folgende Tabelle zeigt.

Niederlausitz LTE-UMTS Versorgung

Gemeinden in Niederlausitz mit schlechter Versorgung via LTE und UMTS (Stand Dezember 2020)

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